Versammlung amerikanischer Kardinäle mit Papst "handfestes Zeichen"

Gemeinsame Erklärung der Kardinäle

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VATIKAN, 23. April 2002 (ZENIT.org).- Die amerikanischen Kardinäle sind in der Ewigen Stadt angekommen, um gemeinsam mit dem Heiligen Vater die Lage in Amerika zu erörtern, wo katholische Priester sexuellen Missbrauch an Kindern betrieben haben. Die Purpurträger erwarten sich vom Papst ein "handfestes Zeichen" hinsichtlich dieser "schrecklichen Situation".



Zahlreiche amerikanische Journalisten und Fernsehreportern warteten schon ungeduldig rings um den Vatikan, um die Kardinäle aufzuspüren, welche von der Notwendigkeit sprechen, dringend und mit Entschlossenheit das Problem anzugehen.

"Der Papst ist sehr in Sorge wegen allem, was geschehen ist", so Theodore Kardinal McCarrick, der Erzbischof von Washington am Montagmorgen der Presse gegenüber.

"Ich glaube, allein die Tatsache, dass wir bei ihm sind, ist schon ein ausdrucksstarkes Zeichen für unsere Leute. Der Heilige Vater ist der Vater aller und er wird sich persönlich mit dem Problem auseinandersetzen".

Der Vorsitzende der amerikanischen Bischofskonferenz, Bischof Daniel Wilton Gregory, meinte, die Römische Kurie sowie die amerikanischen Kardinäle könnten viel aus dieser Begegnung lernen.

"Wir hoffen auf einen fruchtbaren Dialog mit ihnen (der Kurie), um sicher zu gehen, dass sie eine klare Vorstellung von der Lage in den USA haben und wir darüber, wie sie sich mit dem Problem befassen".

Gegenüber der Zeitung "Chicago Tribune" sagte der Kardinalerzbischof Francis George von Chicago, die katholische Kirche muss noch mehr tun, um diesen Skandalen sexuellen Missbrauchs zu begegnen. Es sei notwendig, Fiktion von der Wirklichkeit zu unterscheiden.

"Es muss ein Bekenntnis stattfinden", so Kardinal George, "denn das ist eine Sünde".

Die Begegnung diene auch der Information untereinander, um gerechtfertigte Anzeigen von falschen zu unterscheiden.

"Auch nur ein einziger Fall ist schon ein Skandal. Doch ist es falsch zu sagen, sexueller Missbrauch von Priestern sei eine Epidemie, die Jahre lang ignoriert worden sei", so der Kardinal.