Versöhnung zwischen russischen Orthodoxen und polnischen Katholiken

Botschaft für die Wiederversöhnung wird am 9. September in allen polnischen Pfarreien verlesen

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von Mariusz Frukacz

CZESTOCHOWA, 27. August 2012 (ZENIT.org). - „Durch unsere gemeinsamen Bemühungen ist eine Erklärung entstanden, die in Zukunft als Vorbild nicht nur für uns Christen, sondern für alle Menschen gelten kann, die den guten Willen besitzen, freundschaftliche Beziehungen zu ihren Nachbarn aufzubauen.“ So heißt es in einer Mitteilung der polnischen Bischöfe zum Abschluss des Treffens am Heiligtum der Schwarzen Madonna am Jasna Góra in Czestochowa.

Die gemeinsame Botschaft an das polnische und russische Volk soll am 9. September in allen Pfarreien Polens verlesen werden.

Die polnischen Bischöfe waren am 25. August am Jasna Góra zusammengekommen, um über den Besuch des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. zu reflektieren und die Umstände zu besprechen, die am 17. August zur Unterschrift der gemeinsamen Botschaft an das polnische und russische Volk führten.

In der Abschlusserklärung heißt es: „Diese Botschaft ist der Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte der Beziehungen zwischen unseren beiden Kirchen und Völkern […]. Sie deutet den Polen und Russen den Weg zur Wiederversöhnung und erlaubt es ihnen, die Wahrheit über eine schwierige Vergangenheit wiederzuentdecken, den gegenseitigen Willen zur Vergebung zu zeigen und ein gemeinsames Zeugnis vom Geist der Evangelien abzulegen, um die Herausforderungen der Gegenwart meistern zu können.“

Des Weiteren schreiben die polnischen Bischöfe: „In der Geschichte der Beziehungen zwischen Polen und Russen gibt es viele Schatten. Aber die Vergangenheit darf nicht den Weg zur Aussöhnung versperren. Die christliche Hoffnung kann aus den Evangelien Kraft schöpfen und neue gemeinsame Wege finden. Die beiden Kirchen, die russische und die polnische, haben die Absicht, einen auf Wahrheit, Vertrauen, guten Willen und wechselseitiges Verständnis gegründeten Dialog aufzubauen.“

Die am Jasna Góra versammelten Bischöfe erklärten den Gläubigen in Polen, dass die gemeinsame Botschaft „sich an alle richtet, die guten Willens sind, an die Gläubigen beider Kirche, denn Christus selbst fordert sie dazu auf, Wege zur Versöhnung, zu Vergebung und Frieden zu finden.“

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]