Verstärkter Einsatz der Caritas in Südostasien

Jeder Überlebende ist ein Wunder, sagt Wiener Erzbischof Kardinal Schönborn

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ROM, 7. Januar 2005 (ZENIT.org).- Caritas Internationalis, der Dachverband für alle nationalen Caritasverbände, verstärkt seine Anstrengungen, um den Millionen Menschen zu helfen, die in den Gebieten Südostasiens an den Folgen des Tsunami vom vergangenen 26. Dezember 2004 leiden.



Aktuellsten Statistiken zufolge sollen im Katastrophengebiet mindestens 155.000 Menschen in den Fluten den Tot gefunden haben. Sofortige Hilfseinsätze und langfristige Bergungsarbeiten leisten die verschiedenen Caritasverbände in enger Zusammenarbeit besonders in Indien, Sri Lanka, Indonesien und Thailand.

Zufluchtsstätten, Wasserkläranlagen, sanitäre Einrichtungen, ärztliche und psychologische Betreuung, Schulmaterialien – all das gehört, neben der Verteilung von Essen, Kleidung und anderer lebenswichtiger Dinge, zu den Aufgaben des katholischen Hilfswerks für Not- und Katastropheneinsätze. Langfristig wird Caritas nach eigenen Angaben auch beim Wiederaufbau mithelfen.

Die Ausmaße der Zerstörungen zeigen sich immer deutlicher. Beispielsweise sind in Indien einige Mitarbeiter der Caritas mit Vertretern der betroffenen Diözesen zusammengekommen, um die Arbeiten des kommenden Monats vorzubereiten. Ein zentrales Thema ist dabei auch der Schutz von verletzbaren Waisenkindern und Witwen vor den Grauen des Menschenhandels.

In Sri Lanka – über 1 Million Menschen haben dort ihre Wohnstätte verloren und leben in Auffanglagern – hat Caritas eine Werbekampagne für die sofortige Hilfsmaßnahmen für 50.000 Familien und deren langfristige Rehabilitierung gestartet. In Thailand ist unter anderem die katholische Bischofskonferenz damit beschäftigt, einen detaillierten Hilfsplan für die vom Unglück schwer zerstörten Fischergegenden auszuarbeiten.

Wiens Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn reiste am 27. Dezember 2004 auf Einladung des Apostolischen Nuntius in Jakarta, Malcolm Ranjith, in das Krisengebiet. Bei seiner Rückkehr am vergangenen Mittwoch, dem 5. Januar, verlieh er im österreichischen Rundfunk (ORF) seiner Hoffnung darüber Ausdruck, dass die vielen nun gesammelten Mittel auch zielgerichtet eingesetzt würden. Dabei sei es wichtig, nicht nur Katastrophenhilfe zu leisten, sondern auch Strukturhilfe. Auch die Kirche leiste ihren Beitrag, betonte er und verwies darauf, dass Caritas am ersten Tag bereits 50.000 Euro, der Vatikan 75.000 Euro überwiesen hätten.

Die Kirche spiele bei den Hilfsmaßnahmen eine besonders wichtige Rolle, so Schönborn, da sie über ein Netzwerk verfüge, das "bis ins kleinste Dorf" gehe. "Jeder Überlebende ist eigentlich ein Wunder, wenn man die Wucht dieser Flut gesehen hat", sagte der Kardinal.

Für die laufenden Caritasprojekte in Südostasien seien über 32,3 Millionen Euro dank privater Spenden und Regierungsunterstützungen vorhanden, heißt es in einer Presseerklärung vom Freitag.

Caritas Internationalis vereinigt 162 katholische Hilfswerke in über 200 Ländern der Erde.