Vertreibung der Händler aus dem Tempel als prophetischer Akt

Gewalt ist das Mittel des Antichristen

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VATIKANSTADT, 12. März 2012 (ZENIT.org). – Bei der Auslegung des Sonntagsevangeliums vom 3. Fastensonntag hat Papst Benedikt vor dem Angelusgebet die Vertreibung der Händler und Geldwechsler aus dem Tempel kurz vor dem Osterfest als prophetischen Akt bezeichnet, bei dem keiner der Ordnungshüter den Versuch gemacht habe, ihn aufzuhalten. Das einzige Problem sei gewesen, seine Autorität für dieses Tun nachzuweisen: „Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst?“ (Joh 2,18).

Das Handeln Jesu als politisch-revolutionäre Tat anzusehen sei eine Fehlinterpretation, so der Papst, mit der man versuche, Jesus mit der Bewegung der Zeloten in Zusammenhang zu bringen, die zur Verteidigung der Gesetze Gottes Gewalt anwenden wollten. In Wirklichkeit sei es unmöglich, Jesus als gewalttätig zu betrachten; Gewalt diene der Menschheit nie, sie mache unmenschlich.

Jesu Handeln sei im Zusammenhang mit Psalm 69 zu sehen: „Der Eifer für mein Haus verzehrt mich“ (69, 10). Dieser Psalm sei ein Hilferuf in einer schweren Gefahrensituation, die vom Hass der Feinde verursacht werde: genau die Lage, in der Jesus sich während seiner Passion befinden wird. Der Eifer für den Vater und für sein Haus werde ihn bis zum Kreuz führen.

Das geforderte Zeichen, das Jesus für seine Autorität bringen werde, sei sein bevorstehender Tod und seine Auferstehung. „Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten“ beziehe sich nach Johannes auf den Tempel seines Leibes, nach dessen Auferstehung ein neuer Kult beginne, „der Kult der Liebe, und ein neuer Tempel, nämlich er selbst, der auferstandene Christus.“ [jb]