Vertreter der ultra-orthodoxen Juden verurteilen Fanatiker

Jugendliche hatten Christen angegriffen

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JERUSALEM, 8. Januar 2010 (ZENIT.org).- Vertreter der ultra-orthodoxen jüdischen Gemeinschaft in Jerusalem haben sich von Angriffen auf Christen durch fanatische Jugendliche aus ihren Reihen distanziert und verurteilen die Taten. In einer Presseerklärung der israelischen Botschaft beim Heiligen Stuhl hieß es am Montag, dass die Beth Din Tzedek in Jerusalem, das Gericht der orthodox-jüdischen Gemeinschaft, das zugleich höchste Instanz der ultra-orthodoxen Juden ist, eine entsprechenden Brief veröffentlicht hat, in dem es die Attacken anprangert.

Das Schreiben, dass die Botschaft aus dem Hebräischen übersetzt hat, bestätigt: "In jüngster Zeit haben sich Nichtjuden wiederholt darüber beschwert, dass sie mehrfach schikaniert und beschimpft worden seien, von verantwortungslosen Jugendlichen an verschiedenen Orten in der Stadt, insbesondere in der Umgebung der Shivtei Yisrael Straße und nahe des Grabs von Shimon dem Gerechten."

Geistliche und Ordensfrauen wurden bespuckt und einige Christen mit Steinen beworfen. Christenfeindliche Graffiti prangten an Kirchen und Heiligen Stätten.

In dem Brief heißt es weiter: „Abgesehen von der Entweihung des Heiligen Namens, was schon allein eine schwere Sünde darstellt, ist das Provozieren von Nichtjuden unseren Weisen zufolge, gesegnet sei ihr heiliges und gerechtes Angedenken, verboten und für tragische Konsequenzen für unsere Gemeinschaft verantwortlich."

In der Mitteilung der Botschaft wird betont, dass mit dem Brief der Wunsch der ultra-orthodoxen jüdischen Gemeinschaft verbunden sei, Spannungen mit ihren christlichen Nachbarn beseitigen.

Repräsentaten des israelischen Außenministeriums und der Jerusalemer Stadtverwaltung trafen sich mit Rabbiner Shlomo Papenheim von der ultra-orthodoxen Haredi-Gemeinschaft, um diese Punkte anzusprechen und den Brief zu diskutieren, der die Angriffe anprangert.

Das Schreiben, dass am 30. Dezember unterzeichnet wurde, ruft dazu auf, dass sich jeder, der die Überzeugungskraft habe, diese beschämenden Vorkommnisse zu beenden, so schnell wie möglich handeln solle, um diese Gefährdungen zu beseitigen, so dass die Gemeinschaft in Frieden leben könne. (mk)