Vier Millionen irakische Flüchtlinge: Bischöfe appellieren an EU-Ratspräsidentschaft

Schlimmste humanitäre Katastrophe im Nahen Osten seit 1948 gehört gelöst

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BRÜSSEL, 11. Januar 2008 (ZENIT.org).- Das Schicksal der 4,4 Millionen Iraker, die aus ihrem Land flüchten mussten, ist nach Ansicht des Hochkommissars für Flüchtlinge bei den Vereinten Nationen (UNHCR) die schlimmste humanitäre Katastrophe im Nahen Osten seit 1948.



Vor allem die nicht-muslimischen Flüchtlinge (Christen, Mandäer und Yeziden) sind nach Angaben des UNHCR besonders gefährdet („most vulnerable persons“), weil sie von Teilen der muslimischen Bevölkerung jener Länder, in die sie überwiegend geflüchtet sind (Syrien, Jordanien, Libyen, Türkei), als Ungläubige betrachtet und entsprechend behandelt werden.

Angesichts dieser unmenschlichen Situation und der großen Belastung, die das Flüchtlingsproblem für die Nachbarstaaten des Irak mit sich bringt, sowie angesichts der Gefahr einer Ausweitung der heimlichen Einwanderung durch Schlepper hat nun die Kommission der Europäischen Bischofskonferenzen (COMECE) das Europäische Parlament aufgefordert, sich dringend mit dieser Frage zu befassen.

Die COMECE appellierte an die EU-Ratspräsidentschaft Sloweniens, die Frage der irakischen Flüchtlinge auf der Ratssitzung der „Kommission für Justiz- und Inneres“ zu setzen. Den Vorsitz des Rates hat Dragutin Mate, der slowenische Innenminister.

Der Vorsitzende der COMECE forderte die EU-Mitgliedsstaaten auf, ein Flüchtlingskontingent von jeweils 60.000 nicht-muslimischen Minderheiten aus dem Irak aufzunehmen. Außerdem sollten die Regierungen der Nachbarstaaten des Irak politisch und auch materiell unterstützt werden in ihren Bemühungen, die Flüchtlinge aufzunehmen.