Vietnam: Friedliche Proteste gegen Zwangsenteignung

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HANOI, 10. Januar 2008 (ZENIT.org).- In Hanoi (Vietnam) haben die Differenzen zwischen der Polizei und der Pfarrgemeinde Thai Hà , die von Redemptoristen geleitet wird, zu massiven Protesten seitens der katholischen Bevölkerung geführt.



Wie einer Meldung der französischen Nachrichtenagentur für ausländische Missionen in Paris zu entnehmen ist (vgl. EDA 477), wurde der Großteil des Grundstücks, das zur Pfarrei gehört, vom Staat konfisziert.

Der Pfarrei, die ursprünglich über eine Fläche von 60.000 Quadratmeter verfügte und Eigentum der Eigentum der Redemptoristen war, wurden nur noch 2.700 Quadratmeter belassen. Das Grundstück hatte Bischof François Chaize, der Apostolische Vikar von Hanoi, im Namen der Redemptoristen bei ihrer Ankunft im Vietnam im Jahr 1928 erworben.

Die Gläubigen haben durch friedliche Protestaktionen gegen die Enteignung protestiert. Unter der Schirmherrschaft und dem Schutz der Polizei wird für das Unternehmen Chiên Thang gebaut, erklärte EDA.

„Am Abend des 5. Januar, während sich die Gemeindemitglieder wieder in der ehemaligen Apostolischen Delegation versammelt hatten, in die sie gekommen waren, um an den Gebeten teilzunehmen, merkten sie, dass die Arbeiten zur Errichtung einer Mauer begonnen hatten; und dies auf einem Gelände, auf dem nach einer vorherigen Zusage nichts gebaut werden sollte. Einige von ihnen versammelten sich dann, um zu protestieren. Sie ließen erst davon ab, nachdem sich die Polizei verpflichtet hatte, dem Unternehmen die Auflage zu machen, die Arbeiten einzustellen.“

Aber am frühen Morgen des 6. Januar mussten die Gemeindemitglieder miterleben, dass Hunderte von Beamten, die der Polizeistaffel 113 angehörten, mit elektrischen Schlagstöcken und Gewehren auf dem Gemeindegelände postiert worden waren, um das Gelände des Unternehmens jetzt durch Stacheldraht zu schützen.

Mit Unterstützung des Erzbischofs von Hanoi protestierten daraufhin etwa 2.000 Personen am 7. Januar, angeführt von einem großen Kreuz, vor den Beamten der öffentlichen Sicherheit, „mit Gebeten und Nachtwachen bis um Mitternacht“. Die Proteste erwirkten einen befristeten Baustopp, ohne jedoch grundsätzlich die Eigentumsverhältnisse zu klären, die seit der ersten Vertreibung der Redemptoristen im Jahr 1959 unklar zu sein scheinen.