Vietnam: Über 1.500 Seminaristen und 80.000 junge Katechisten

Hoffnungszeichen für die Zukunft

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HO-CHI-MINH-STADT, 23. November 2011 (ZENIT.org). – Es gebe eine Blütezeit für Berufungen und Zeichen der Öffnung seitens der Regierung. Dies äußerte der stellvertretende Rektor des Priesterseminars in Ho-Chi-Minh-Stadt, der Theologe P. Joseph Do Manh Hung, Sekretär der bischöflichen Kommission für den Klerus. „Es ist der Glaube an Christus, der den neuen Generationen in Vietnam Hoffnung schenkt: junge Menschen, die nur Marktwirtschaft, Konsumdenken und Streben nach Image kennen, suchen neue Antworten und dürsten nach Wahrheit und neuen Lebensmodellen“, so P. Manh Hung gegenüber dem Fidesdienst.  

In den sieben Großen Seminaren (zwei im Norden, zwei im Zentrum und drei im Süden des Landes) studieren 1.500 Seminaristen. In den 26 Diözesen gibt es insgesamt 80.000 Katechisten, bei denen es sich vorwiegend um junge Menschen handelt. Von den insgesamt 87 Millionen Einwohnern Vietnams sind 7 Millionen Katholiken.

Das Land öffnet sich zurzeit zunehmend der Marktwirtschaft, dem Konsumdenken und dem Streben nach Image. Mit diesen Herausforderungen sehen sich vor allem junge Menschen konfrontiert, einschließlich der Seminaristen und zukünftigen Priester, die entsprechend ausgebildet werden müssen.

Seit 1986 sind die Priesterseminare wieder eröffnet. Anfangs durften nur alle sechs Jahre neue Seminaristen aufgenommen werden; später alle drei Jahre, dann alle zwei Jahre und schließlich seit 2008 genehmigte die Regierung jedes Jahr die Aufnahme neuer Seminaristen. Insofern kann man seit 1986 von einer kontinuierlichen Verbesserung sprechen. Die Liste der Kandidaten wird den lokalen Behörden vorgelegt, die dann eine Genehmigung erteilen.

Die besondere Sorge der katholischen Kirche gilt der Evangelisierung und der Mission. Sie möchte vor allem das Missionsbewusstsein der Gläubigen stärken. Eine Initiative in diesem Rahmen fand im Großen Seminar von Ho-Chi-Minh-Stadt anlässlich des Sonntags der Weltmission am vergangenen 23. Oktober statt, wo durch Erfahrungsberichte von Missionaren auf die Anliegen der Mission aufmerksam gemacht wurde.

Eine wichtige Rolle spielen auch die Laien, vor allem junge Menschen, die die treibende Kraft für die Mission der Kirche in der Gesellschaft sind. Nach einer entsprechenden Ausbildung sollen sie ihrerseits als Katechisten den Glauben lehren und weitergeben. Soziale Probleme wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit und Armut erschweren vielen Familien das Leben. Aber die Verkündigung des Evangeliums unter jungen Menschen bleibt eine zentrale Herausforderung für die Kirche.

Gegenwärtige Schwierigkeiten betreffen vor allem das kirchliche Personal und den kirchlichen Immobilien- und Grundstücksbesitz sowie die Beschlagnahme kirchlicher Güter. Es wird versucht, diese durch intensiven Dialog zu überwinden. Im vergangenen Jahr wurde das 50-jährige Jubiläum der Errichtung der katholischen Hierarchie im Land gefeiert. Bei dieser Gelegenheit wurde besonders hervorgehoben, dass die Kirche trotz aller Schwierigkeiten im Dienst der Gesellschaft steht und aktiv an der Entwicklung des Landes mitwirken will.

Anlässlich des 2. September, an dem das Fest der nationalen Unabhängigkeit gefeiert wird, wurde die Freilassung von 10.000 Gefangenen angekündigt. Darunter befinden sich angeblich Vertreter der ethnischen Minderheiten aus dem zentralen Hochland von Vietnam. In diesem Gebiet befinden sich die sogenannten „Montagnard“ (Bergvolk), die für die Religionsfreiheit und die Achtung der Menschenrechte kämpfen, in der überwiegenden Mehrheit Christen. Sie werden von der vietnamesischen Regierung seit jeher unterdrückt und marginalisiert.

Nach Ansicht der Kommissionen für die Menschenrechte befinden sich mindestens 258 politische Gefangene und Gefangene aus Gewissensgründen in den vietnamesischen Gefängnissen und werden dort ausschließlich aufgrund ihrer Überzeugungen festgehalten.

Jan Bentz