VII. Weltfamilientreffen: Eine Million Gläubige bei der Messe mit dem Papst in Bresso

Die Ehe ist ein Abbild der trinitarischen Liebe Gottes

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MAILAND, 3. Juni 2012 (ZENIT.org). - Mit der Heiligen Messe unter der Leitung des Papstes auf dem Flughafengelände von Bresso im Mailänder Nordpark am heutigen Vormittag erreichte das VII. Weltfamilientreffen seinen Höhepunkt. Seit dem Morgengrauen hatte das Gelände einen unaufhörlichen Zustrom von Pilgern aus 150 Ländern erlebt, die gemeinsam mit dem Papst feiern wollten. 

Um 10.00 Uhr begann die Eucharistiefeier am Hochfest der Heiligen Dreifaltigkeit. Neben dem Heiligen Vater und den bedeutendsten konzelebrierenden Kardinälen waren Kardinäle, Bischöfe, das päpstliche Gefolge und die Mitglieder des Päpstlichen Rates für die Familie auf der großen Bühne versammelt.

In seiner Predigt betonte der Papst, für den Aufbau einer Gesellschaft, die menschliche Züge trage, sei es wichtig, Arbeitszeiten mit den Anforderungen der Familie, Beruf und Mutterschaft, Arbeit und Fest in Einklang zu bringen. In einer Familie dürfe es nicht um persönlichen Nutzen oder maximalen Profit gehen, utilitaristische Denkweisen dürften sich nicht auf die zwischenmenschlichen und familiären Beziehungen ausweiten. Der Papst rief zur Heiligung des Sonntags auf, der besonders auch der Tag der Familie sei, an dem man gemeinsam den Sinn des Festes, der Begegnung, des Miteinander-Teilens und auch der Teilnahme an der heiligen Messe erleben solle. Seine Merkmale seien das gemeinsame Mahl, Freundschaft, Solidarität, Kultur, Kontakt mit der Natur, Spiel und Sport.

Die auf die Ehe von Mann und Frau gegründete Familie symbolisiere das Geheimnis der Liebe Gottes. Gott habe den Menschen als Mann und Frau geschaffen, mit gleicher Würde, aber auch mit besonderen und sich ergänzenden Eigenschaften, weil die beiden einander ein Geschenk sein, sich gegenseitig aufwerten und eine Gemeinschaft der Liebe und des Lebens verwirklichen sollten, so der Papst.

Die Gläubigen aus gescheiterten Ehen, die „zwar die Lehre der Kirche über die Familie teilen, jedoch von schmerzlichen Erfahrungen des Scheiterns und der Trennung gezeichnet sind", rief er dazu auf, mit ihren Gemeinden verbunden zu bleiben. Sie sollten wissen, dass der Papst und die Kirche sie in ihrer Not unterstützten.

Vor dem Angelusgebet nach der Eucharistiefeier sprach der Papst allen seinen tief empfundenen Dank aus und kündigte das nächste Weltfamilientreffen für 2015 in Philadelphia an.

Nach seiner Rückkehr zum Erzbischöflichen Palast nahm Benedikt XVI. gemeinsam mit sieben Familien das Mittagessen ein. Von diesen Familien stammte eine aus Mailand, fünf aus jeweils einem der fünf Kontinente und eine aus jener Stadt, in der das nächste Welttreffen stattfinden wird. Zur selben Zeit, um 13.30 Uhr, wurde in der Cafeteria der Katholischen Universität Mailand (Via Necchi 9, Mailand) ein „solidarisches Mittagessen“ veranstaltet, das vom Papst ausdrücklich für etwa hundert Familien (insgesamt 300 Menschen) zur Verfügung gestellt worden war. Diese unterschiedlichen Nationen angehörenden Familien waren unter den von verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen und Aufnahmezentren Betreuten ausgewählt worden. Das Mittagessen war von der „Caritas Ambrosiana“ zubereitet worden.

Um 16.30 Uhr nachmittags traf der Heilige Vater im Erzbischöflichen Palast die Mitglieder der „Fondazione Milano Famiglie 2012“ (Familienstiftung Mailand 2012) und die Veranstalter der Papstvisite, die ihn enthusiastisch feierten. Drei Jahre lang hatten diese daran gearbeitet, diese Familienbegegnung zu einem geglückten Ereignis für den Papst und die Familien aus aller Welt werden zu lassen. Nach dem apostolischen Segen wurde der Papst um 17.00 Uhr  mit dem Auto vom Erzbischöflichen Palast zum Flughafen Mailand-Linate gebracht.

Hunderte hatten sich auf der Piazza Fontana versammelt, um dem Papst für seinen Besuch zu danken. Dafür wählten sie seine Muttersprache:„Vergelt's Gott" stand auf dem risigen Spruchband. Entlang der Via Larga verabschiedeten Tausende unter Jubel den Papst auf seinem Weg bis zum Flughafen.

Dort fand die kurze Abschiedszeremonie mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti und den Vertretern der Zivilbehörden statt.

Auf seinem Weg ins Flugzeug drehte der Heilige Vater sich nochmals zu den zum Abschied Versammelten um und winkte sichtlich bewegt mit freundschaftlicher Geste. [jb]