VII. Weltfamilientreffen: Gegensätze aufheben, Spaltungen überwinden

Papst begrüßt Behördenvertreter Mailands

| 993 klicks

MAILAND, 3. Juni 2012 (ZENIT.org). - Laut Benedikt XVI. erfährt die Politik eine grundlegende Veredlung, wenn sie vom Wunsch belebt ist, nach dem Wohl der Bürger zu streben. Auf diese Weise werde sie zu einem Akt der Nächstenliebe auf höherer Ebene.

Im prallgefüllten Amtssaal im ersten Stock des Bischofspalastes empfing der Heilige Vater gestern Nachmittag im Beisein des päpstlichen Gefolges und von Kardinalstaatssektretär Tarcisio Bertone Politiker der Region Lombardei und zahlreiche Vertreter aus dem Geschäftsleben, der Wirtschaft und aus der Wissenschaft. Der Heilige Vater hielt eine kurze und intensive Ansprache im Zeichen des hl. Ambrosius. Kardinal Angelo Scola sprach die einleitenden Worte der Begegnung und betonte darin, dass die von Vielfalt geprägte Bevölkerung Mailands die den Christen eigene Menschlichkeit auszeichne. Diese Menschlichkeit trage eine Bereitschaft zur aufrichtigen Konfrontation in sich, die manchmal unbequem sein könne.

Unter den politischen Vertretern befanden sich Roberto Formigoni, der Präsident der Region Lombardei, Guido Podestà, der Präsident der Provinz Mailand, und Giuliano Pisapia, der Bürgermeister von Mailand. Sie hatten den Papst am Flughafengelände von Bresso gemeinsam mit den Präsidenten der im Gebiet der Diözesen von Mailand gelegenen Provinzen (Varese, Como, Lecco, Bergamo) und den Bürgermeistern der angrenzenden Gemeinden erwartet.

Im weiteren Verlauf seiner Ansprache erinnerte der Papst die anwesenden Politiker an folgende Tugenden des hl. Ambrosius, des Patrons der Erzdiözese: Weisheit, Menschenverstand und Kompetenz sowie die Fähigkeit, Gegensätze aufzuheben und Spaltungen zu überwinden.

Dem Zusammentreffen mit den Behördenvertretern war ein kurzes und intensives Vier-Augen-Gespräch zwischen Benedikt XVI. und Kardinal Carlo Maria Martini, der von 1980 bis 2002 Erzbischof von Mailand gewesen war, vorausgegangen.

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]