VII. Weltfamilientreffen in Mailand: Bischof Tebartz-van Elst vertrat Deutschland

Einsatz für eine neue Familienkultur

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ROM, 4. Juni 2012 (ZENIT.org/PM DBK). – Am gestrigen Sonntag ging in Mailand das VII. Weltfamilientreffen 2012 zu Ende, zu dem Papst Benedikt XVI. und der Päpstliche Rat für die Familie eingeladen hatten. Es stand unter dem Leitwort „Die Familie – Arbeit und Fest“. Von Mittwoch bis Sonntag haben zahlreiche Bischöfe und Gläubige über die gesellschaftliche Position und das christliche Leitbild der Familie diskutiert. Papst Benedikt XVI. kam am Wochenende hinzu.

Von deutscher Seite waren der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz van Elst (Limburg), sowie Weihbischof Dr. Heiner Koch (Köln) und Weihbischof Dr. Karlheinz Diez (Fulda) bei dem Welttreffen vertreten. Außerdem waren neben einer Familiengruppe aus dem Bistum Fulda und einer Gruppe der Schönstatt-Bewegung auch 22 Ehe- und Familienreferenten der deutschen Bistümer in Mailand anwesend.

Bischof Tebartz-van Elst hielt das Welttreffen der Familien für einen guten Querschnitt der katholischen Vielfalt: „Hier in Mailand erleben wir vor allem die Bandbreite der lateinamerikanischen, afrikanischen und asiatischen Kontinente, auf denen Familie ganz anders wahrgenommen und gelebt wird als bei uns in Europa. Der dort vermittelte Stellenwert der Familie kann für unser Denken und Handeln Ansporn sein“, so Tebartz-van Elst zum Auftakt des Kongressteils in Mailand. Der Familienbischof warb für eine Stärkung der wirtschaftlichen Voraussetzungen, um das Familienleben zu ermöglichen: „Wo Familie den Gesetzen der sich ausbreitenden Ökonomisierung unterworfen wird und die schnelle Integration von Eltern auf dem Arbeitsmarkt auch zu einer Gesetzmäßigkeit in der Politik wird, geschieht eine faktische Relativierung der Bedeutung der Familie in der Gesellschaft.“ Dass Arbeitsprozesse familienfreundlicher werden müssten, stehe außer Frage. Man dürfe aber nicht die Folgen des Wirtschaftslebens für die Familien aus dem Blick verlieren.

Erwerbsarbeit dürfe das Familienleben nicht behindern, sondern müsse es fördern, so Bischof Tebartz-van Elst. Er sei beeindruckt, wie in Mailand von der Bedeutung christlicher Familienkultur aus allen Erdteilen berichtet werde. „An dieser Ausprägung einer Familienkultur müssen wir auch in Deutschland arbeiten, um den Glauben zu vermitteln. Gerade hier wird das Familientreffen in Mailand einen Impuls für unsere Arbeit geben.“

Zu Beginn des Familientreffens gedachten die Teilnehmer der Erdbebenkatastrophe in Norditalien. „Hier sind Familien auseinandergerissen worden, denen unser Mitgefühl gilt. Im Gebet werden wir der Opfer gedenken“, erklärte Bischof Tebartz-van Elst.