Volkmar von Niederaltaich (um 1235-1285)

Abt in Niederaltaich

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 481 klicks

Die Geschichte des Volkmar von Niederaltaich ist tragisch. Im Jahr 1280 wurde Volkmar, der um 1235 geboren wurde, Abt der Benediktinerabtei in Niederaltaich in Niederbayern. Als er sein Amt antrat, war er entschlossen, die Moral und Lebensführung der Mönche zu verbessern. Bei den Mönchen stieß das Ansinnen jedoch nicht auf Zustimmung. Nur zwei Jahre nach seinem Amtsantritt wurde Volkmar am 9. Mai 1282 von seinen Ordensbrüdern aus einem Hinterhalt mit Pfeilen erschossen, während er in einem Kahn die Donau bei Niederaltaich überquerte.

Das Kloster Niederaltaich geht auf eine Gründung des Herzogs Odilo aus dem Geschlecht der Agilolfinger im Jahr 731 zurück. Die moderne Forschung legt das Jahr 741 zugrunde. Die ersten Mönche, die sich in Niederaltaich ansiedelten, stammten aus dem Kloster auf der Insel Reichenau im Bodensee. Unter Karl dem Großen wurde Niederaltaich ein Reichskloster und erlebte eine große Blütezeit.

Die Klosteranlage erfuhr im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde sie total verwüstet. Schwere Brände in den Jahren 1671 und 1685 erforderten umfangreiche Baumaßnahmen, die bis heute das Aussehen der Reste der Klosteranlage prägen. Das Kloster war im späten 18. Jahrhundert das reichste Kloster des Benediktinerordens im Kurfürstentum Bayern mit einem Besitz von 170 Quadratkilometern Land. Während der Säkularisation wurde es aufgehoben und gelangte in Privatbesitz. 1813 beschädigte ein Blitzschlag die Anlage schwer und viele Gebäude wurden in der Folgezeit abgerissen. 1918 erlebte das Kloster Niederaltaich einen Neuanfang, als es Priorat der Abtei Metten wurde. 1930 folgte die Erhebung zur Abtei, und 1932 erhielt die Abteikirche den Titel einer päpstlichen „Basilica minor“.

Das Kloster Niederaltaich engagiert sich besonders auf dem Gebiet der Ökumene. Seit 1965 besitzt das Ökumenische Institut dort ein eigenes Forschungs- und Tagungszentrum. Vom Kloster Niederaltaich werden außerdem ein Gymnasium und eine Katholische Landvolkshochschule betreut.