Vollkommener Ablass am Welttag der Kranken (11. Februar)

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ROM, 8. Februar 2006 (Zenit.org).- Aus Anlass des Welttags der Kranken, der am 11. Februar, dem Marienfest Unserer Lieben Frau in Lourdes, zum 14. Mal begangen wird, gewährt Benedikt XVI. den Gläubigen einen vollständigen Ablass. Ein diesbezügliches Dekret der Apostolischen Pönitentiarie wurde am Freitag von Heiligen Stuhl veröffentlicht.



Die Feierlichkeiten rund um den von Papst Johannes Paul II. eingeführten Welttag der Kranken werden am 9. Februar mit einer internationalen Konferenz zum Thema \"Psychische Gesundheit und Menschenwürde\" in der australischen Stadt Adelaide eröffnet und am 11. Februar mit einem Pontifikalamt in der Franz-Xaver-Kathedrale ihren Höhepunkt erfahren. In Vertretung des Heiligen Vaters wird Kardinal Javier Lozano Barragán, Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, zusammen mit Erzbischof Philip Wilson von Adelaide sowie Bischöfen und Priestern aus aller Welt die Eucharistie feiern und 30 Australiern das Sakrament der Krankensalbung spenden (Detailprogramm für alle drei Tage unter www.worlddayofthesick.org.au).

Der Welttag der Kranken 2006 ist in diesem Jahr besonders allen \"psychisch und geistig Kranken\" gewidmet. Das erklärt Benedikt XVI. in einem Schreiben, das er speziell zu diesem Anlass verfasste.

Im kürzlich veröffentlichten Dekret der Apostolischen Pönitentiarie über den Ablass, das von Großpönitentiar Kardinal James Francis Stafford unterzeichnet wurde, heißt es: \"Papst Benedikt XI. hat in dem tiefen Wunsch, dass demütig ertragene, dem ewigen Vater durch die Jungfrau Maria zusammen mit den Leiden ihres Sohnes dargebrachte Krankheiten und Schmerzen reiche spirituelle Früchte tragen mögen, und vor allem in der Hoffnung, dass Tätigkeiten und Initiativen christlicher Nächstenliebe und sozialer Solidarität zugunsten der Kranken und insbesondere der geistig Kranken, die eher aus der Gesellschaft und der eigenen Familie ausgestoßen werden, gefördert werden, veranlasst, dass den Gläubigen nachstehende Sonderablässe aus Anlass des 14. Welttags der Kranken am 11. Februar gewährt werden.\"

Ein vollkommener Ablass wird jenen Getauften zuteil, \"die am 11. Februar unter den üblichen Voraussetzungen (Sakramentale Beichte, Empfang der Eucharistie und Gebet für die Anliegen des Heiligen Vaters) und im Geiste von jeder Anhänglichkeit an eine Sünde frei andächtig in der Kathedrale von Adelaide oder an jedem anderen von der Kirche bestimmtem Ort an einer heiligen Feier teilnehmen, in der Gott in den Intentionen des Welttags der Kranken angerufen wird.\"

Jene Gläubigen, die aufgrund der Pflege von kranken Menschen nicht an diesen offiziellen Feiern teilnehmen können, wird ein vollkommener Ablass dann gewährt, \"wenn sie sich an diesem Tag wenigstens einige Stunden lang großzügig ihrem karitativen Hilfsdienst an den Kranken so widmen, wie sie es für Christus, unseren Herrn, selbst tun würden (vgl. Mt 25,40), im Geiste frei von jeder Anhänglichkeit an die Sünde und mit dem festen Vorsatz, die für den Erhalt des vollkommenen Ablasses erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen, sobald sie können.\"

Alle Gläubigen, die wegen einer Krankheit, aus Altersgründen oder aufgrund ähnlicher Verhinderungen nicht an der offiziellen Feier teilnehmen können, können einen vollkommenen Ablass erlangen, \"wenn sie sich geistig mit den Anliegen der genannten Feier verbinden, andächtig für alle Kranken beten und Gott ihre körperlichen und geistigen Leiden durch die Jungfrau Maria, \'Heil der Kranken\', aufopfern\".

Alle Gläubigen können jedes Mal, wenn sie sich in den Tagen des 9. bis zum 11. Februar reumütigen Herzens an den barmherzigen Gott richten, um für die Ziele des Welttages und alle Kranken zu beten, Teilablässe erlangen.

Was ist ein Ablass?

Im \"Kodex des Kanonischen Rechts\" (Can. 992) und im \"Katechismus der Katholischen Kirche\" (1471) wird erklärt: \"Der Ablass ist Erlass einer zeitlichen Strafe vor Gott für Sünden, die hinsichtlich der Schuld schon getilgt sind. Ihn erlangt der Christgläubige, der recht bereit ist, unter genau bestimmten Bedingungen durch die Hilfe der Kirche, die als Dienerin der Erlösung den Schatz der Genugtuungen Christi und der Heiligen autoritativ austeilt und zuwendet.\"

In der Apostolischen Konstitution über die Neuordnung des Ablasswesens \"Indulgentium doctina\" schreibt Papst Paul VI., dass das Ablasswesen deutlich mache, \"wie eng wir in Christus miteinander verbunden sind und wie viel das übernatürliche Leben jedes einzelnen für andere beitragen kann, dass auch sie mit dem Vater leichter und enger vereint werden können. Die Übung der Ablässe entzündet daher wirksam die Nächstenliebe. Sie verwirklicht diese in hervorragender Weise, wenn man den in Christus entschlafenen Brüdern Hilfe leistet.\"

Papst Benedikt XVI. gewährte im vergangenen Jahr zweimal einen vollkommen Ablass: zum Weltjugendtag (21. August) sowie zum 40. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils (8. Dezember).