Vollkommener Ablass zum VI. Weltfamilientreffen in Mexiko

Auch anderswo können Familien diesen Gnadenerweis erlangen

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ROM, 13. Januar 2009 (ZENIT.org).- Anlässlich des VI. Weltfamilientreffens (14.-18. Januar 2009) in Mexiko-Stadt gewährt Papst Benedikt XVI. einen vollkommenen Ablass. Form und Bedingungen des Ablasses gab die Apostolische Pönitentiarie am Samstag mit der Veröffentlichung eines von Großpönitentiar Kardinal James Francis Stafford unterzeichneten Dekrets vom 28. Dezember 2008 bekannt.

Die Apostolische Pönitentiarie ist neben dem Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur und der Römischen Rota der dritte oberste Gerichtshof der katholischen Kirche, wobei es sich nicht um ein Kirchengericht im strikten Sinn handelt, sondern eher um eine Institution zur rechtlichen Klärung von Fragen über den sakramentalen wie den nichtsakramentalen Gewissensbereich. Zu den Aufgaben des Leitungsgremiums (Kardinal-Großpönitentiar, Regent und fünf Prälaten, denen eine beratende Funktion zukommt) und aller Mitarbeiter der Apostolischen Pönitentiarie gehören die Gewährung von Gnadenerweisen, das Ablasswesen, Absolutionen, Dispensen, Nachlass von Strafen usw.

Alle Gläubigen, die in den Tagen des Weltfamilientreffens an einer heiligen Messe oder einem Gebetstreffen teilnehmen, können einen vollkommenen Ablass gewinnen. Dazu bedarf es der üblichen Bedingungen: Beichte, aufrichtige Reue, Kommunionempfang, Gebet in der Meinung des Heiligen Vaters.

Jene Gläubigen, die nicht am Ereignis teilnehmen können, können den vollkommenen Ablass zu denselben Bedingungen erlangen, wenn sie in der Familie das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis sowie andere Gebete beten, um das göttliche Erbarmen zu erbitten, dies besonders in den Momenten, in denen die Worte und Botschaften des Heiligen Vaters über Rundfunk und Fernsehen übertragen werden.

Der Ablass (lateinisch „indulgentia") gehört zur Bußpraxis der Kirche und ist Teil der Verwirklichung des dritten Aspekts des Sakraments der Buße. Neben dem reumütigen Herzen („contritio cordis") und dem ausgesprochenen Bekenntnis der Sünden („confessio oris") bedarf es zur Sündenvergebung der Genugtuung durch Werke („satisfactio operis").


Das Gesetzbuch der lateinischen Kirche (Codex Iuris Canonici, can. 992) und der „Katechismus der Katholischen Kirche" (Nr. 1471) bestimmen den Ablass als „Nachlass zeitlicher Strafe vor Gott für Sünden, deren Schuld schon getilgt ist; ihn erlangt der entsprechend disponierte Gläubige unter bestimmten festgelegten Voraussetzungen durch die Hilfe der Kirche, die im Dienst an der Erlösung den Schatz der Sühneleistungen Christi und der Heiligen autoritativ verwaltet und zuwendet".

Die „zeitlichen Sündenstrafen" sind eine Genugtuung in Form einer Buße, die jeder Sünder für seine Sünden leisten muss, auch nachdem diese in der Beichte vergeben wurden. Der Ablass ist ein besonderer göttlicher Gnadenakt und vollzieht sich nach der im Bußsakrament gewährten Vergebung.