Vollversammlung der CCEE in Tirana

Europäische Krise ist Erschütterung mit tieferen Ursachen

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TIRANA, 30. September 2011 (ZENIT.org). -  Die aktuelle Krise in Europa sei nicht nur ein Phänomen eines finanziell-wirtschaftlichen Zusammenbruchs, sondern eine Erschütterung mit tieferen Ursachen, die im anthropologisch-ethischen Bereich lägen: Das betonte der Vorsitzende des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Kardinal Peter Erdö, in seinem Eröffnungsvortrag zur CCEE-Vollversammlung am Donnerstag in Tirana.

Der ungarische Primas nannte als Beispiele das Auseinanderbrechen von Familien, den qualitativen Niedergang der öffentlichen Bildungseinrichtungen und der Medien, den Drogenmissbrauch unter Jugendlichen, an die hohe Abtreibungsrate in Europa und die in einigen Ländern praktizierte aktive Sterbehilfe. Dies zeige deutlich, wie notwendig eine Neuevangelisierung sei, die auch das Engagement für Gerechtigkeit und um Barmherzigkeit mit einschließe.

Erdö erklärte, dass das Thema „Neuevangelisierung" sowohl bei der bis Sonntag dauernden CCEE-Vollversammlung als auch bei der kommenden Weltbischofssynode im Mittelpunkt stehe. Nach CCEE-Angaben nimmt auch Erzbischof Rino Fisichella, Präsident des päpstlichen Rates zur Neuevangelisierung, an dem Treffen in Tirana teil.

In einer Pressemitteilung hieß es, die Beratungsrunde sei die einzige Gelegenheit für die Vorsitzenden der europäischen Bischofskonferenzen, vor der im Oktober 2012 im Vatikan tagenden Bischofssynode gemeinsam an dem Thema zu arbeiten. Papst Benedikt XVI. hatte unter anderem auch bei seinem Deutschlandbesuch eine Neuevangelisierung der europäischen Länder gefordert,

Der Erzbischof von Rirana Durres, Rrok Mirdita, forderte bei der Versammlung auf, in weiteren Horizonten zu denken. Wer vor 22 Jahren erklärt hätte, dass demnächst mit der Verkündigung des Evangeliums in Albanien begonnen werden könne, hätte ungläubige Verneinung geerntet. „Aber Gott führt die Geschichte auf unergründlichen Pfaden", so Mirdita.

In Tirana wird auch eine neue CCEE-Präsidentschaft für die nächsten fünf Jahre gewählt werden. Wählbar für das Amt des Präsidenten und der beiden Vizepräsidenten sind alle Vorsitzenden nationaler Bischofskonferenzen.

Im Programm sind weiterhin ein Bericht über die ökumenische Arbeit, zusammen mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), und die Vorstellung eines Symposions mit afrikanischen Bischöfen vorgesehen.

Den Vatikan vertreten der Präfekt der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, sowie die diplomatischen Vertreter des Heiligen Stuhls in Albanien, bei der EU und beim Europarat.