Vollversammlung des CCEE in Bratislava

Vorsitzenden der europäischen Bischofskonferenzen befassen sich mit dem Thema "Gott und Staat"

Sankt Gallen, (CCEE) | 399 klicks

Während vier Tagen (3. bis 6. Oktober 2013) werden sich die Vorsitzenden der europäischen Bischofskonferenzen mit der Frage auseinandersetzen, inwiefern Religion und Gott Anerkennung, Respekt und Wirksamkeit in der Verfassung, dem Rechtssystem und in der Gesellschaft der europäischen Länder finden.

„Die Kirche setzt sich für das Wohl des Menschen ein. Sie wünscht sich all das, was für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen und der Gesellschaft, in der er lebt, gut ist“, so Msgr. Duarte da Cunha, Generalsekretär des CCEE. Und weiter: „Die derzeitigen tiefgreifenden sozialen, ökologischen und kulturellen Veränderungen scheinen jedoch jeglichen ethisch-moralischen Bezug des menschlichen und gesellschaftlichen Handelns zu untergraben. Sie scheinen Religion gegen Laizismus eintauschen zu wollen, die Religion eines Staates, der modern und demokratisch sein möchte. Ein Staat oder eine Gesellschaft, die nicht die Fähigkeit besitzen, sich etwas Absolutem zu öffnen. So verfallen sie einem gelebten Individualismus, wo die Bedürfnisse des Einzelnen zur Norm werden –zum Nachteil der anderen und der Gemeinschaft. Der Mensch jedoch trägt in sich den Wunsch nach dem Absoluten. Eine „gesunde Laizität“ – oder positive Laizität – fürchtet Gott nicht. Auch vor dem Hintergrund der Trennung von Staat und Kirche gewährleistet sie vielmehr die Gegenwart von Religion im öffentlichen Leben. So sind die Religion und Gott nicht als ein Hindernis sondern als eine Hilfe zu verstehen, wenn es darum geht, das Wohl des Einzelnen und der Gesellschaft zu erlangen.“

In das Thema wird Frau Prof. Emila Hrabovec, Dozentin für Geschichte, mit einer Präsentation der Ergebnisse aus einer Befragung der Bischofskonferenzen Europas einführen, die untersuchte, in welchen Formen Laizität in den verschiedenen Lebensbereichen der europäischen Gesellschaften (Bildung, Verwaltung, Gesundheitswesen, Politik) zum Tragen kommt.

Die Spitzenvertreter der katholischen Kirche in Europa werden sich in Bratislava auch mit weiteren sozialen und religiösen Fragestellungen im heutigen Europa auseinandersetzen: Die Evangelisierung in einer säkularisierten Welt; die Verweigerung aus Gewissensgründen und die Arbeit der Europäischen Union und des Europarates.

An sämtlichen Arbeitssitzungen werden der Präfekt der Bischofskongregation (Heiliger Stuhl), Kardinal Marc Ouellet, und der Apostolische Nuntius in der Slowakei, Erzbischof Mario Giordana teilnehmen. In Bratislava werden auch der Generalsekretär des Symposiums der Bischofskonferenzen Afrikas und Madagaskars (SECAM), Msgr. William Shomali, sowie der Weihbischof des lateinischen Patriarchats in Jerusalem, Seine Seligkeit Ignace Youssif III Younan, syrischer Patriarch von Antiochien, und  ein Vertreter der Bischofskonferenz Kasachstans erwartet.

Die in Bratislava versammelten Bischöfe werden zudem den Premierminister der slowakischen Regierung treffen, Herrn Robert Fico, sowie verschiedene Vertreter der zivilen und kirchlichen Institutionen des Landes.

Am Freitag, 4. Oktober, 12:30 Uhr, werden die Vorsitzenden der europäischen Bischofskonferenzen vom Präsidenten der Slowakischen Republik, S.E. Herr Ivan Gasparovic, empfangen.  

Das Treffen findet auf Einladung von Msgr. Stanislav Zvolenský, Erzbischof von Bratislava und Vorsitzender der slowakischen Bischofskonferenz, statt. Die Vollversammlung erfolgt hinter verschlossenen Türen. Tagungsort ist das Falkensteiner Hotel Bratislava (Pilárikova ulica 5 – Bratislava).

Auf der Website www.ccee.eu (in der Rubrik „Featured today“) findet sich das komplette Tagungsprogramm sowie die Teilnehmerliste des Treffens.