Vollversammlung des Laienrates im Vatikan

Papst Franziskus: Digitales Zeitalter bietet neue Möglichkeiten

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 259 klicks

Papst Franziskus empfing am Samstag die Vollversammlung des Laienrates im Vatikan. Mit einem Zitat von Johannes Paul II. eröffnete er seine Begrüßungsworte: Mit dem II. Vatikanischen Konzil sei die Stunde der Laien angebrochen.

Zu Beginn seiner Rede erinnerte er an ein Studienseminar des Päpstlichen Rates für das Laientum, das vor kurzem zum Thema „Gott vertraut das menschliche Wesen der Frau an“ stattgefunden hatte. Papst Franziskus sagte wörtlich: „In der kulturellen Krise unserer Zeit findet sich die Frau an vorderster Front beim Kampf um die Bewahrung des Menschlichen“. Des Weiteren sprach der Pontifex über die christliche Präsenz in den neuen Medien.

„Das Internet ist eine verbreitete Realität – komplex und in ständiger Weiterentwicklung. Es stellt die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Glaube und Kultur ganz neu. Schon in den ersten christlichen Jahrhunderten wollte sich die Kirche mit dem außerordentlichen Erbe der griechischen Kultur messen; angesichts einer tiefgehenden Philosophie und einer wertvollen Erziehungsmethode, die allerdings mit heidnischen Elementen durchsetzt war, haben sich die Kirchenväter nicht vor der Auseinandersetzung gescheut. Sie sind aber auch keinen Kompromiss mit Ideen eingegangen, die dem Glauben widersprechen. Stattdessen assimilierten sie die wichtigsten Begriffe und wandelten sie im Licht des Wortes Gottes um. Auch bei den Chancen und Gefahren des Internets gilt es heute, alles genau abzuwägen. Ihr werdet sicher auf Falschmünzerei, gefährliche Illusionen und auf Fallen stoßen. Aber unter Anleitung des Heiligen Geistes werden sich auch wertvolle Chancen auftun, um die Menschen von heute zum leuchtenden Angesicht des Herrn zu führen.“

Der Pontifex sagte, das digitale Zeitalter biete den Christen neue Möglichkeiten der Verkündung des Evangeliums. Dabei sei es jedoch nicht ausreichend, technologische Kompetenzen zu entwickeln, denn in erster Linie gehe es um die Begegnung mit wirklichen Männern und Frauen.

„Verkündigung erfordert echte und direkte menschliche Beziehungen, um zu einer persönlichen Begegnung mit dem Herrn zu führen. Darum reicht das Internet nicht – die Technik ist nicht genug! Das will nicht sagen, dass die Präsenz der Kirche im Netz überflüssig wäre; im Gegenteil, es ist unumgänglich, dort präsent zu sein: immer in einem Stil des Evangeliums. Schließlich ist das Internet für viele, vor allem für junge Leute, eine Art Lebensambiente geworden. Dort kann die Kirche die Fragen des Herzens nach dem Sinn des Lebens wecken – Fragen, die sich nicht unterdrücken lassen – und den Weg zeigen, der zu Ihm führt, zur Antwort. Zur Barmherzigkeit, die Fleisch wurde – Jesus.“