Vollversammlung des lateinamerikanischen Episkopats im Zeichen der Glaubenserneuerung und des Lebensschutzes

Erzbischof von Aparecida (Brasilien) im Gespräch mit ZENIT

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APARECIDA, 9. Mai 2007 (ZENIT.org).- Das erste Ziel, das Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Brasilen im Auge hat, sei es, die Gläubigen in ihrem Glauben zu stärken, bekräftigte der Erzbischof von Aparecida (Brasilien), Raymundo Damasceno Assis, gegenüber ZENIT.



„Der Heilige Vater kommt, um die Gemeinschaft zwischen den Bischöfen und dem Nachfolger Petri zu vertiefen. Er kommt aber auch, um die Gemeinschaft unserer Bischofskonferenzen mit der universalen Kirche zu vertiefen“, erklärte der Erzbischof, der für das Seelenheil jener brasilianischen Gläubigen verantwortlich ist, die den größten Marienwallfahrtsort des Landes ihre Heimat nennen. In der 35.000-Einwohner-Stadt Aparecida wird Papst Benedikt am Sonntag die fünfte Vollversammlung des lateinamerikanischen und karibischen Episkopats eröffnen. Sie bildet den Anlass seiner ersten interkontinentalen Pastoralreise.

„Die Wirksamkeit der Mission und der Arbeit der Kirche hängt von der kirchlichen Gemeinschaft ab, einer Gemeinschaft, die vom Heiligen Geist in der Verschiedenheit der Gaben und Charismen, die er in seiner Kirche austeilt, beseelt wird“, fuhr Erzbischof Damasceno fort. In diesem Sinn werde die bischöfliche Vollversammlung vom 13. bis zum 31. Mai drei große Themenkreise in den Blick nehmen: Jüngerschaft, Mission und Leben.

„Wenn wir vom Leben sprechen, meinen wir nicht nur das geistliche Leben – das übernatürliche Leben der Gnade, das in der Gemeinschaft mit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit besteht –, sondern wir meinen auch das Leben im natürlich Sinn, das menschliche Leben. Dieses Leben, das eine Gabe Gottes ist, muss begrüßt, geachtet und von seinem Anfang bis zu seinem natürlichen Ende verteidigt werden.“

Ein würdevolles Leben setzt nach Worten von Erzbischof Damasceno all das voraus, „worauf der Mensch ein Recht hat: Ausbildung, Arbeit, Gesundheit, ein Zuhause und einen gerechten Lohn“.

Im Rahmen der bevorstehenden Beratungen werde man sich auch mit der Frage befassen, wie die Seelsorge und die Evangelisierung in den kommenden Jahren konkret aussehen sollten.

„Nach der Vollversammlung wird sich jede Bischofskonferenz darum bemühen, die neuen Erkenntnisse in ihre Richtlinien zur Evangelisierung einzuarbeiten. Die Ergebnisse des Kongresses werden das konkrete Leben der Kirche auf unserem Kontinent nachhaltig beeinflussen.“

Der 70 Jahre alte Erzbischof von Aparecida erklärte schließlich, dass die Bischöfe aller lateinamerikanischen Nationen zusammenkämen, weil sie alle mit denselben Herausforderungen und Problemen konfrontiert seien. Aus diesem Grund könne man auch nach gemeinsamen Antworten suchen.

„Wir müssen aufmerksam auf den Willen Gottes hören und für das, was er uns durch seine Kirche, die sich in Aparecida versammeln wird, sagen will, offen sein. Die Kirche möchte aufmerksam auf das hören, was Gott Lateinamerika heute sagen will, und sie möchte die Herausforderungen bewältigen, die vor ihr liegen.“