Vom Schatz, der die Frau ist

Neues Buch von Schwester Enrica Rosanna, Mitarbeiterin des Heiligen Vaters

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ROM, 28. Januar 2005 (ZENIT.org).- ”Die als feministisch verschrienen Werte müssen zu menschlichen Werten werden, sonst geht die Menschheit zugrunde“, erklärt Ordensschwester Enrica Rosanna, Vizesekretärin der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens. Die Salesianerin, die das genannte Amt im Vatikan als erste Frau bekleidet, hat ein Buch über die Schönheit des Frauseins verfasst.



In ihrem neuen Buch "La riqueza de ser mujer" ("Vom Reichtum der Frau"), das der spanische Verlag "Sígueme" vor kurzem herausgebracht hat, setzt sich die Religionssoziologin und Ordensschwester Enrica Rosanna mit den Grundlagen der sogenannten "Frauenfrage" auseinander: Der Weg des “weiblichen Wesens“ findet ihrer Meinung nach seine menschliche Vollendung in der Berufung zur Mutterschaft oder im gottgeweihten Leben. Zum Inhalt des Werkes gehört neben einer geschichtlichen Abhandlung über die Frau auch eine Zusammenschau von internationalen Konferenzen zum Thema.

Als Pädagogin ist sie sich sicher: “Wollen Frauen wirklich ihren Reichtum in die Welt einbringen, dann schaut das ganz anders aus als das Sein und Handeln der Männer. Aber es ist unmöglich, in einer Gesellschaft mitzuarbeiten, die um jeden Preis viel Besitz anhäufen möchte, dabei aber das Wohl des Miteinanders außer Acht lässt." Aus diesem Grund sei es “unumgänglich, für die Werte Respekt und Sorge um das Wohl der anderen einzutreten“, damit die Menschheit “nicht unmenschlich wird“.

Die Annahme des anderen sei eine ganz spezifische Eigenschaft der Frau, was aber nicht bedeutet, dass Männer dafür keinen Sinn hätten: ”Gerade in ihrer im Alltag gelebten Hingabe für die anderen entdecken sie die tiefe Berufung ihres eigenen Lebens”, sagt die Autorin.

Allerdings müsse “die Genialität der Frau in der Geschichte der Menschheit" noch zum Durchbruch kommen, bisher habe sie "noch nicht das letzte Wort" sprechen können. Deshalb dränge es geradezu, “diese seelische Ergänzung, die die Frau in sich trägt, zur Entfaltung zu bringen, damit wir uns ohne Vorurteile auf einen echten Humanismus hinbewegen".

Schwester Rosanna studierte Erziehungs- und Religionswissenschaften und machte ihren Doktor in Soziologie. Sie kümmert sich um Leitungsaufgaben in der Päpstlichen Fakultät "Auxilium" und vertritt den Heiligen Stuhl auf verschiedenen internationalen Foren.