Vom Unvermögen, einer Sprache mächtig zu sein

Journalist und Priester weist auf Probleme bei der Religionsberichterstattung hin

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Von Sergio Mora

LONDON, 1. February 2012 (ZENIT.org) - Menschen aus der Medienbranche stehen vor einem gemeinsamen Problem, und zwar Sprache. Was die Berichterstattung über Religion anbelangt, stehen sie in der Pflicht, die Sprache zu erlernen und sie korrekt anzuwenden.

Diese Überlegung teilte Pater Giuseppe Costa, Direktor des vatikanischen Verlagshauses Libreria Editrice Vaticana mit ZENIT.

Am vergangenen Freitag nahm er an einer Diskussionsrunde zum Thema Verlagswesen, Medien und Religion teil, die in der internationalen Buchhandlung Paul VI. in Rom stattfand. Weitere Diskussionsteilnehmer waren Giovanna Chirri von der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, Salvatore Mazza von der italienischen katholischen Tageszeitung Avvenire sowie Enzo Romero, Direktor der Fernsehnachrichtensendung Tg2. Moderiert wurde die Runde von Neria De Giovanni.

Ausgangspunkt der Diskussion war das 2009 erschienene Buch von Pater Costa.

„Ich habe immer im Religionsjournalismus gearbeitet und dieses Thema auch an der Universität gelehrt", berichtete Pater Costa und erläuterte ein wenig seinen Werdegang im Pressebereich.

Sein Buch „Verlagswesen, Medien und Religion“, sagte er, sei „aus dem Bewusstsein entstanden, dass oftmals ein allen Medien gemeinsames Problem bestehe, nämlich die Sprache. Wer sich mit religiösen Informationen beschäftigt, steht in der Pflicht, die Sprache zu kennen und muss sie den verwendeten Kommunikationsmitteln entsprechend anpassen."

Sprache „ist das zentrale Problem in der Religionsberichterstattung. Es werden viele Fehler gemacht und Stereotypen geschaffen, weil man sich nicht an die Sprache hält. Sprache bedeutet: Geschichte, Kultur, Philosophie, Theologie, usw."

„Es wird sehr oberflächlich gearbeitet, so gibt es einige [Journalisten], die meinen, sie können Religionsberichterstattung unter Berufung auf kurzgefasste Beurteilungen liefern", beklagte er.

Pater Costa hat ein weiteres Buch „Religionsjournalismus, Geschichte, Methode und Texte" zu 50 Jahren der Religionsberichterstattung in Italien verfasst, welches bereits vergriffen ist, doch in den kommenden Monaten in einer überarbeiteten Auflage neuveröffentlicht wird.

[Übersetzung des italienischen Originals von Sabrina Toto]