"Von der Liebe zu Christus ergriffen"

Papst Franziskus bei der Audienz für die Päpstlichen Missionswerke

Rom, (Fides) | 281 klicks

Am Freitag, dem 9. Mai, empfing Papst Franziskus die Teilnehmer der Jahresvollversammlung der Päpstlichen Missionswerke in Begleitung des Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Fernando Filoni, in Audienz. Wir übernehmen die Ansprache des Papstes in einer Übersetzung von Fides.

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Herr Kardinal, verehrte Brüder im Bischofs- und Priesteramt, liebe Brüder und Schwestern!

Ich begrüße die Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke und die Mitarbeiter der Kongregation für die Evangelisierung der Völker. Ich danke Kardinal Filoni und Ihnen allen, für den Dienst an der Mission der Kirche, wenn es darum geht das Evangelium der Kirche zu den Völkern in allen Teilen der Welt zu bringen.

In meinem Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ lade ich alle Gläubigen zu einer neuen Zeit der Evangelisierung ein; auch in unserer Epoche ist die „missio ad gentes“ die treibende Kraft dieser grundlegenden Dynamik der Kirche. Die Sorge um die Evangelisierung an den „Grenzen“, die heilige und großherzige Missionare bezeugen, hilft den Gemeinden eine wirksame Pastoral nach außen zu verwirklichen, eine Erneuerung der Strukturen und Werke. Das Missionarische Handeln ist das Paradigma für jedes kirchliche Wirken (vgl. Evangelii gaudium, 15).

Die Evangelisierungerfordert in dieser Zeit des großen sozialen Wandels eine missionarische Kirche, die hinausgeht und Erkenntnisfähigkeit besitzt, wenn es darum geht sich mit den verschiedenen Kulturen und Visionen des Menschen zu konfrontieren. Für eine Welt, die sich im Wandel befindet, bedarf es einer Kirche, die sich durch die Betrachtung und den persönlichen Kontakt mit Christus erneuert und wandelt, durch die Kraft des Heiligen Geistes. Der Geist Christi ist die Quelle der Erneuerung, die uns neue Wege finden lässt, neue und kreative Methoden, verschiedene Ausdrucksformen der Evangelisierung in der heutigen Welt. Er gibt uns die Kraft, uns auf den Weg der Mission zu machen, und die Freude, das Evangelium zu verkünden, damit das Licht Christi alle erleuchte, die ihn noch nicht kennen oder ihn abgelehnt haben. Deshalb müssen wir den Mut haben, „alle Randgebiete zu erreichen, die das Licht des Evangeliums brauchen“ (Evangelii gaudium, 20). Es dürfen uns weder unsere Schwächen, noch unsere Sünden aufhalten oder die Hindernisse, die dem Zeugnis und der Verkündigung des Evangeliums in den Weg gestellt werden. Es ist die Erfahrung der Begegnung mit dem Herrn, die uns dazu drängt und uns die Freude schenkt, ihn unter allen Völkern zu verkünden.

Die Missionskirche hat ihrem Wesen nach einen grundlegenden Anspruch, nämlich den karitativen Dienst unter allen Menschen. Die universale Geschwisterlichkeit und Solidarität sind ein natürliches Kennzeichen ihres Lebens und ihrer Sendung in der Welt und für die Welt. Die Evangelisierung, die alle erreichen soll, ist berufen, von den Letzten, den Ärmsten und denjenigen auszugehen, deren Schultern gebeugt sind von der Last des Lebens. Auf diese Weise setzt die Kirche die Sendung Christi fort, der gekommen ist „damit wir das Leben haben und es in Fülle haben“ (vgl. Joh 10,10). Die Kirche ist das Volk der Seligpreisungen, das Haus der Armen, der Niedergeschlagenen und der Ausgegrenzten und Verfolgten und derjenigen, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten. Es wird von euch verlangt, dass ihr euch dafür einsetzt, dass die kirchlichen Gemeinschaften bevorzugt und liebevoll die Armen aufnehmen und die Pforten er Kirche offen halten, damit alle eintreten und Zuflucht finden können.

Die Päpstlichen Missionswerke sind das bevorzugte Instrument, wenn es darum geht, auf die „missio ad gentes“ aufmerksam zu machen und diese zu unterstützen. Aus diesem Grund wende ich mich an alle, die in der Öffentlichkeitsarbeit und bei der Bildung des Missionsbewusstseins in den Ortskirchen mitwirken: Geduldig und überzeugt setzten sie sich für die Förderung der missionarischen Mitverantwortung ein. Wir brauchen Priester, Ordensleute und Laiengläubige, die von der Liebe zu Christus ergriffen und von der Leidenschaft für das Reich Gottes gebrandmarkt sind; bereit, sich auf den Weg der Evangelisierung zu machen.

Ich danke euch für euren kostbaren Dienst, der sich der Verbreitung des Reiches Gottes widmet und die Liebe und das Licht Christi in alle Teile der Erde bringt. Maria, die Mutter des lebendigen Evangeliums, begleite euch stets auf diesem Weg der Unterstützung der Evangelisierung. Es begleite euch auch mein Segen, für euch und eure Mitarbeiter. Danke.”

(Quelle: Fides 09/05/2014)