Von der Schweiz nach Island: Bischof Pierre Bücher, neuer Hirte von Reykjavik

„Machen wir uns gemeinsam auf den Weg in Richtung Heiligkeit!“

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ROM/LAUSANNE, 30. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat den Schweizer Weihbischof Pierre Bürcher (Lausanne, Genf und Freiburg) zum neuen Bischof von Reykjavik (Island) ernannt. Innerhalb der nächsten beiden Monate wird Msgr. Bürcher, der aus dem Fieschertal (Wallis) stammt, offiziell das Erbe von Bischof Johannes Gijsen antreten und ab diesem Zeitpunkt für rund 10.000 Katholiken verantwortlich sein. Mehr als 82 Prozent der 313.000 Isländer gehören der evangelisch-lutherischen Isländischen Staatskirche an.



Die Schweizer Bischöfe haben ihrem Amtsbruder nach einer heute veröffentlichten Presseerklärung ihr Gebet und ihre Unterstützung im neuen Amt zugesichert, „das er in der nordischen Diaspora als ‚Migrant unter Migranten‘ ausüben wird“. Zugleich dankten sie ihm „für das fruchtbare und engagierte Wirken im Rahmen der Schweizer Bischofskonferenz“. Als Hauptverantwortlicher der Arbeitsgruppe für den Interreligiösen Dialog habe Bürcher „dem Gespräch mit dem Islam wertvolle Impulse“ gegeben.

Abschließend heißt es in dem Schreiben: „Die Schweizer Bischöfe wünschen dem neuen Bischof von Reykjavik Gottes reichen Segen und alle Gaben des Geistes für die Führung und Leitung seiner Diözese.“

In einer ersten Reaktion dankte der designierte Bischof von Reykjavik dem Heiligen Vater für die Ernennung. Er bekundete, dass er sich vertrauensvoll der neuen Aufgabe stelle und sich dabei ganz dem Guten Hirten Jesus Christus überlasse. „Im Monat März hätte ich das 15. Dienstjahr als Weihbischof für Lausanne, Genf und Freiburg angetreten. Und voilà – jetzt bin ich zum Bischof von Reykjavik für ganz Island ernannt worden.“

Bischof Bürcher wies darauf hin, dass die meisten skandinavischen Länder (Dänemark, Finnland, Island und Schweden) jeweils eine einzige katholische Diözese bilden. „Und die Gläubigen sind in erster Linie Einwanderer. Es gibt nur wenige einheimische Priester, und deshalb kommen die Bischöfe oft aus anderen europäischen Ländern. Der Bischof von Stockholm stammt aus dem Tessin. So werde ich also im Augenblick der zweite Bischof sein, der in der Schweiz geboren und in Skandinavien ernannt worden ist.“

Bischof Bürcher wollte seine neuen Gläubigen zuallererst daran erinnern, „dass Gott sie unendlich liebt“. Auch er wolle sich darum bemühen, „sie zu lieben und ihnen zu dienen, indem ich ihr Hirte bin“. Er künigte an, sich die Zeit zu nehmen, um ihre Freuden und Hoffnungen, aber auch ihre Sorgen und Ängste kennen zu lernen und zu teilen. Sein Hirtendienst werde ein „Dienst der Nähe“ sein.

„Schon jetzt will ich ihnen sagen: ‚Machen wir uns gemeinsam auf den Weg in Richtung Heiligkeit!‘ Mein Vorgänger hatte ja bereits das Motto: „Bereitet die Wege des Herrn!“ Schließlich lade ich sie ein zu beten, damit ich für sie ein Hirte nach dem Herzen Gottes sei.“