Von stillen Mächten treu und still umgeben

Das heutige Mittwochsgebet stammt von Dietrich Bonhoeffer

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 3868 klicks

Dietrich Bonhoeffer wurde 1906 in Breslau geboren und starb 1945 im KZ Flossenbürg. Er war ein lutherischer Theologe und am deutschen Wiederstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt. Bonhoeffer war unter anderem Privatdozent für evangelische Theologie in Berlin und war Jugendreferent in der Vorgängerorganisation des Ökumenischen Rates der Kirchen. Er betonte immer wieder die Gegenwart Jesu Christi in der Gemeinschaft der Christen, die Bedeutung der Bergpredigt und die der Übereinstimmung von Glauben und Handeln in der Nachfolge Christi. Während seiner Zeit im Gefängnis entwickelte er in Briefen fragmentarische Gedanken für eine Ausrichtung der Kirche nach außen in Solidarität mit Bedürftigen. Ebenso befürwortete er eine nichtreligiöse Interpretation der Bibel, kirchlicher Tradition und Gottesdienst. Bezüglich des Betens sagte er:„Ein Mensch, der betet, kann keine Angst mehr haben und nicht mehr traurig sein. Im Gebet ist Christus, ist Gott uns nahe.“

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Von stillen Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar,

so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last.

Ach Herr, gib unseren aufgeschreckten Seelen, das Heil für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch den bittern, des Leids,

gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten

und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken, an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,

dann woll‘n wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen die du in unsre Dunkelheit gebracht,

führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen! Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass es hören jenen vollen Klang,

der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.