Von wegen altes Eisen!

Die Gruppe "65plus" erobert das Internet

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 351 klicks

Eine kürzlich durchgeführte Studie, die im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM erstellt wurde, ergab, dass 75 Prozent aller Bundesbürger das Internet benutzen. Der Präsident der BITKOM, Prof. Dr. Dieter Kempf, zeigt sich zuversichtlich, dass sich der Prozentsatz der Nutzer in den nächsten Jahren der 100 Prozent-Grenze nähern werde. Da die Studie gezeigt hatte, dass vor allem ältere Menschen deutlich weniger häufig mit dem Internet vertraut sind und davon Gebrauch machen, setzt Kempf seine Hoffnung auf leicht zu bedienende Geräte, die auch älteren Menschen einfach Zugang zu den neuen Medien ermöglichen. In Deutschland nutzen bereits 72 Prozent unserer 50- bis 64 -jährigen Mitmenschen das Internet. 

Wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) ausführt, nutzten bereits über 60 Prozent der 60- bis 69-jährigen das Internet, bei den über 70-jährigen seien es jedoch nur 28 Prozent. Damit bleibt einem Großteil der Senioren die digitale Welt verschlossen. Die BAGSO widmete sich deshalb besonders dieser Zielgruppe und gab die kostenlose Broschüre „Wegweiser durch das Internet“ heraus. Die Broschüre enthält nützliche Hinweise zur Internetnutzung, auch mit Tablet-Pcs und Smartphones. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erklärte dazu: „Gerade für Ältere bietet das Internet viele Chancen. Nachrichten austauschen, Freundschaften pflegen, Einkäufe tätigen, Behörden kontaktieren – das Internet erleichtert den Alltag, wenn man die vielen Möglichkeiten richtig nutzt, die Chancen erkennt und einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet.“

Ein 70-jähriger Internetanwender gab als Begründung für seine regelmäßige Internetnutzung an: „Ich nutze das Internet, weil es wohl kaum eine andere Möglichkeit gibt, so breit über Sachverhalte informiert zu werden und weil ich mich via Internet zugleich mit anderen Menschen über diese Sachverhalte und anderes austauschen kann.“

Doch viele, gerade ältere Nutzer sind von der Nutzeroberfläche irritiert und tun sich schwer mit der Anwendung: „Ich nutze das Internet regelmäßig, aber viele Schriften blinken oder Menüs bewegen sich, das ist für mich nicht nutzerfreundlich. Das Internet sollte sich mehr auf die Älteren einstellen.“

Die BAGSO machte deshalb darauf aufmerksam, das Internet altersgerechter zu gestalten, und entwickelte einen Fragebogen zu „Nutzerfreundlichen Internetseiten“. Ziel des Fragebogens ist es, dass Institutionen und Unternehmen ihre Internetpräsentation auf den Handhabungskomfort überprüfen können und in Zukunft nur noch so begeisterte Anwender vorfinden wie die ältere Dame, die vom Internet umfassend Gebrauch macht: „Auch ich kann mir die Welt und mein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Habe ich eine Frage, die mir keiner beantworten kann, findet ich die Antwort fast immer mit Hilfe von Suchmaschinen. Ich nutze den Übersetzer von Google, bearbeite meine Fotos, erledige Bankgeschäfte und Einkäufe. Ich mache Preisvergleiche und verschicke E-Mails. Ich schaue nach dem langfristigen Wetterbericht und suche Urlaubsziele. Während einer schweren Krankheit habe ich viele nützliche Informationen und Hinweise erhalten. Nein, ich möchte nicht mehr ohne Internet auskommen.“

Weiterführende Hinweise können den beiden folgenden Seiten entnommen werden: www.bagso.de, und www.bmelv.de.