Vor 30 Jahren wurde der „lächelnde Papst“ Johannes Paul I. gewählt

Pontifikalamt am Geburtsort feierte Kardinal Angelo Scola

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ROM, 28. August 2008 (ZENIT.org).-In Belluno-Feltre, der Diözese, in der Albino Luciani 1912 geboren wurde, fand zu Ehren des 30. Tages seiner Erwählung zum Papst der römisch-katholischen Kirche ein Pontifikalamt statt.

Der Heimatort von Johannes Paul I. hieß damals Forno di Canale. Kardinal Angelo Scola, Patriarch von Venedig, feierte in der Kirche von Canale d'Agordo, wie der Geburtsort heute heißt, einen Gedenkgottesdienst mit den Bischöfen der Region Triveneto.

Das Lächeln des Luciani-Papstes ist bei den Katholiken auf der ganzen Welt unvergesslich geblieben. Das zeigen nicht zuletzt die unzähligen Internetseiten, die ihm gewidmet sind. Eine davon ist http://www.amicipapaluciani.it.

Albino Luciani wurde am 17. Oktober 1912 in Canale d´Agordo, dem bereits genannten Dorf im Cordevole-Tal als Sohn eines Arbeiters geboren. Er war der älteste von vier Geschwistern und galt als unruhiges, lebendiges und aufgewecktes Kind.

Im Alter von zehn Jahren starb nach Jahren der Armut während des ersten Weltkrieges seine Mutter. Sein Vater heiratete erneut, und seine zweite Frau war eine fromme Katholikin. Sie begleitete die erwachende priesterliche Berufung ihres Stiefsohnes, die nach seiner autobiographischen Erzählung durch die Predigt eines Franziskaner-Kapuziners geweckt worden war.

1935 wurde zum Priester und 1958 zum Bischof von Vittorio Veneto geweiht. 1969 ernannte der Papst ihn zum Patriarchen von Venedig, und aus dem Konklave vom 26. August 1978 ging schließlich er selbst als Papst hervor. Als erster Papst in der Geschichte nahm er einen Doppelnamen an.

Sein Nachfolger Papst Johannes Paul II. charakterisierte ihn am 27. August 2003 anlässlich des 25. Jahrestages seiner Erwählung wie folgt: „Er war ein Meister im Glauben. Diesen Glauben bewahrte er daher rein und machte keine Zugeständnisse gegenüber Modetrends und dem weltlichen Zeitgeist. Er bemühte sich, seine Lehre an die Sensibilität der Zuhörer anzupassen, bewahrte dabei die Klarheit der kirchlichen Lehre und forderte überzeugend deren Umsetzung im Leben. Demut und Optimismus zeichneten ihn aus, und daher hinterließ er auch trotz seines kurzen Verweilens unter uns eine Botschaft der Hoffnung, die in vielen Herzen Aufnahme gefunden hat."

Bereits am 28. September 1978 wurde der „lächelnde Papst“, wie er liebevoll genannt wurde, frühmorgens tot aufgefunden.

Den Namen Johannes hatte er gewählt, um an Papst Johannes XXIII. zu erinnern, der von 1958 bis 1963 das Petrusamt innehatte und von dem er das Motto die „humilitas“, also die Demut übernahm.

Drei Jahre nach der Eröffnung des Seligsprechungsprozesses wurde am 10. November 2006 in der Kathedrale von Belluno im Nordosten Italiens die diözesane Phase der Untersuchungen auf feierliche Weise abgeschlossen. Alle Unterlagen wurden damals der Kongregation für die Seligsprechungs- und Heiligsprechungsprozesse übergeben. In seiner Heimatdiözese wurden aus diesem Anlass Gebetszettel verteilt, um für die Seligsprechung Albino Lucianis zu beten.

Wir bringen eine eigene Übersetzung dieses Gebetes:

*  * *

„O Herr, sei mir allzeit nahe. Deine Hand ruhe auf meinem Kopf,
aber gib zugleich, dass ich meinen Kopf auch unter deiner Hand halte.

Nimm mich so an, wie ich bin, mit all meinen Fehlern und Sünden,
aber wandle mich auch so um, wie es dir gefällt und wie auch ich es mir wünsche.

Mit diesen Worten hat dein Diener Albino Luciani, Papst Johannes Paul I., zu dir gebetet.

Seine Sehnsucht nach Heiligkeit ist erhört worden: Er wurde zu deinem großherzigen und treuen Jünger,
und du wolltest ihn zu deinem Stellvertreter und zum Hirten der Weltkirche machen.

Er verfügte über die Gabe, ein außerordentlicher Redner zu sein und uns voller Einfachheit und Freude
all das zu vermitteln, was wahr, schön und gut ist.

Lass mich nach dem trachten, was du willst – auch in den besonderen Gnaden, um die ich bitte:

Dem Beispiel des Dieners Gottes folgend, lass mich mit dir und meinem Nächsten intensiven Umgang pflegen, um in Bescheidenheit und Einfachheit jenes Licht und jene Liebe zu empfangen und weiterzugeben, die von dir ausgehen. Amen.“

+ Giuseppe Andrich
Bischof von Belluno-Feltre