Vorausblick auf Assisi

Papst leitet das Friedenstreffen mit einem Wortgottesdienst ein

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VATIKANSTADT, 26. Oktober 2011 (ZENIT.org). – Anstelle der traditionellen Generalaudienz stand Papst Benedikt XVI. heute einem Wortgottesdienst mit Pilgern in der Aula Pauls VI. vor. Zuvor hatte er 25.000 Pilger im Petersdom begrüßt, die in der Audienzhalle keinen Platz gefunden hatten. Zu dem morgigen Gebetstreffen in Assisi werden 300 Religionsvertreter aus der ganzen Welt erwartet.

Der Papst kommentierte das Treffen in seiner Predigt folgendermaßen: „Ich habe diesem Tag den Titel „Pilger der Wahrheit, Pilger des Friedens“ gegeben: Das bedeutet, dass wir dort feierlich unseren Einsatz zur Förderung des wahren Wohls der Menschheit und des Aufbaus des Friedens erneuern – zusammen mit Vertretern verschiedener Religionen und auch mit nicht-glaubenden Menschen, die aber ehrlich nach der Wahrheit suchen.“

Das Gebetstreffen stehe vor allem im Zeichen des Friedens, nicht aber des religiösen Synkretismus (Vermischung verschiedener Religionen): „Liebe Brüder und Schwestern, als Christen wollen wir Gott um das Geschenk des Friedens bitten, bitten wir ihn darum, dass er uns zur Instrumenten seines Friedens macht in einer Welt, die immer noch zerrissen ist von Hass, Spaltungen, Egoismen, Kriegen. Bitten wir Ihn, dass das Treffen von Assisi den Dialog zwischen Personen verschiedener religiöser Zugehörigkeiten fördere und dazu beitrage, Geist und Herz aller Menschen zu erleuchten, damit Groll der Vergebung, Trennung der Versöhnung, Hass der Liebe, Gewalt der Güte weiche und in der Welt Frieden herrsche. Amen.“

Ein Teil der Teilnehmer am Assisi-Treffen waren bereits in der Aula anwesend; sie werden morgen früh gemeinsam mit dem Papst nach Assisi reisen.

[Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:]

Liebe Brüder und Schwestern aus den Ländern deutscher Sprache! Danke! Einen herzlichen Gruß richte ich zunächst an die Teilnehmer der Romwallfahrt des Internationalen Kolpingwerks. Seit der Seligsprechung von Adolph Kolping sind zwanzig Jahre vergangen. Wir hoffen alle, dass die Heiligsprechung nahe ist, aber wir brauchen noch Gebet dazu, damit wir das Wunder erhalten, das nötig ist. Aber ich freue mich, dass so viele gekommen sind, und ich sehe darin doch die Kraft des Kolpingwerks, welche eine Kraft des Glaubens in unserem Land ist. Wie ihr wisst und soeben gehört habt, werde ich morgen in Assisi zusammen mit Vertretern verschiedener Religionen einen Tag der Reflexion, des Gesprächs und des Gebets für den Frieden und die Gerechtigkeit in der Welt halten. Ich möchte euch einladen, euch im Gebet mit mir zu verbinden und den Herrn um seinen Segen für ein friedliches Miteinander aller Menschen und Völker zu bitten. Der dreifaltige Gott begleite uns bei unserem Reden und Tun und lasse uns stets seiner Nähe gewiss sein. Euch allen wünsche ich einen frohen Aufenthalt in Rom.