Voraussichtlich 250 Millionen verfolgte Christen im Jahr 2007

Bericht von „Release International“

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LONDON, 10. Januar 2007 (ZENIT.org).- In diesem Jahr werden nach Angaben von „Release International“ (RI) rund 250 Millionen Christen nur deshalb verfolgt werden, weil sie Jesus Christus folgen. Die genannte Einrichtung, die ihren Sitz in Großbritannien hat und die „Stimme der verfolgten Kirche“ sein will, wies kürzlich darauf hin, dass sich derartige Fälle vor allem in der islamischen Welt häuften.



„Release International“ hat nach eigenen Angaben festgestellt, dass die meisten Verfolgungen in vier verschiedenen „Regionen“ stattfänden: in denen des Islams, des Kommunismus, des Hinduismus und des Buddhismus.

Selbst den Regierungen der gemäßigtn muslimischen Nationen gelinge es vielfach nicht, die Rechte der christlichen Minderheiten zu schützen, berichtete RI. Christen würden entführt, unter Gewaltanwendung zur Konversion gezwungen, inhaftiert, gefoltert, missbraucht und hingerichtet; ihre Kirchen würden zerstört.

Die meisten Übergriffe gegen die Religionsfreiheit ereignen sich nach Angaben von RI in Saudi-Arabien, wo sich die beiden Städte befinden, die für den Islam am heiligsten sind: Mekka und Medina. In Saudi-Arabien ist jede andere Religion verboten. Ein Muslim, der der Konversion zum Christentum für „schuldig“ befunden wird, muss mit der Todesstrafe rechnen. Wer einen Muslim zu Christus hinführt, kann inhaftiert, ausgewiesen oder hingerichtet werden.

Hinsichtlich dieser Dinge werde im Westen höchstwahrscheinlich des Erdöls und des Geldes wegen Stillschweigen bewahrt, kritisierte Andy Dipper, Leiter von RI. „Aber es handelt sich um eine Regierung, die im Fall von eigenen Bürgern, die nichts anderes wollen als die Freiheit, den eigenen Glauben selbst zu wählen, auf die Todesstrafe zurückgreift. Und während die Saudis jede christliche Literatur verbieten, geben sie jedes Jahr Millionen von Dollars aus, um die Ausbreitung des Islams in der ganzen Welt zu fördern.“

Die gewalttätigsten Christenverfolgungen in der islamischen Welt lägen allerdings nicht im Einflussbereich der Regierungen. Seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 sei sich die Welt über die weltumspannenden Netwerke der islamischen Extremisten klar geworden. Neben Al-Qaida, dem bekanntesten, gäbe es weitere Terrornetzwerke, die sich die religiös bedingten Spannungen zunutze machten, so RI gegenüber „Christian Today“.

Immer öfter werde der Ruf zum Dschihad als Ruf zur Gewalt verstanden. Es habe den Anschein, als würden es immer mehr Menschen „als religiöse Pflicht ansehen, die Christen und die Nicht-Muslimen dazu zu bringen, sich zum Islam zu bekehren. Wer sich wehrt, muss vertrieben oder getötet werden.“

Die Menschenrechtsorganisation fügt anschließend hinzu: „Es gibt eine immer stärkere Tendenz, das islamische Recht der Scharia durchzusetzen, was den Druck auf die Christen erhöht. In Nigeria haben militante Muslime Christen aus ihren Häusern vertrieben, um die politische Opposition auszuschalten und den Weg für das Gesetz der Scharia zu ebnen.“