Vorstellung des „Processus contra Templarios“

| 1545 klicks

ROM, 25. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Die Medien berichteten bereits im Vorfeld ausgiebig: Das Thema „Templer-Orden“ ist von großem Interesse. Am Donnerstagvormittag fand im Vatikan die offizielle Vorstellung des Werkes „Processus contra Templarios“ statt. Es handelt sich dabei um den dritten Band der „Exemplaria Praetiosa“ des Vatikanischen Geheimarchivs, der in Zusammenarbeit mit dem Verlag „Scrinium“ erarbeitet wurde.



Der „Processus contra Templarios“ dokumentiert erstmals in Faksimile alle Originaldokumente des Prozesses gegen die Tempelritter (28. Juni 1308 - 1311). Zudem legt das Werk die erste Abschrift der Akten seit der alten Transkription aus dem Jahr 1887 in einer kritischen Edition vor. Die Ausgabe ist auf 799 Exemplare beschränkt, die von Sammlern, Gelehrten und Bibliotheken der ganzen Welt bereits vorgemerkt worden sind.

Der Wert der Veröffentlichung besteht in den Dokumenten und kritischen Texten, die einen Beitrag zur Klärung jener Ereignisse leisten, die Papst Clemens V. (1305-1314) veranlassten, den Templer-Orden von der Anklage der Häresie freizusprechen. Der Papst suspendierte den Orden, ohne ihn aufzulösen. Die Entscheidung zu diesem Schritt reifte im Umfeld starker politischer Spannungen mit dem König von Frankreich, Philip dem Schönen.

Die im dritten Band der „Exemplaria Praetiosa“ veröffentlichten Dokumente lenken nun erneut die Aufmerksamkeit der Historiker auf die Faktenlage, die interessanter und faszinierender ist als die Legenden, die sich um den Templer-Orden ranken.