Vorwürfe gegenüber Papst Franziskus unberechtigt

Jesuit präzisiert seine Klarstellungen

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1046 klicks

Sofort nach seiner Wahl sind in den Medien Vorwürfe laut geworden, Papst Franziskus habe zur Zeit der Militärdiktatur eine unklare Haltung eingenommen und zwei entführte Priester nicht ausreichend geschützt oder gar angezeigt. Der Pressesprecher des Heiligen Stuhls, P. Federico Lombardi SJ, hatte dies entschieden zurückgewiesen und als Kampagne von Publikationen bezeichnet, die sich auf Rufschädigung und Verleumdung spezialisiert hätten.

Heute hat sich einer der betroffenen Priester nach einer ersten Erklärung vom 15.März nochmals zu Wort gemeldet. Er gab folgende Erklärung ab:

Seit meiner Erklärung vom 15. März dieses Jahres habe ich sehr viele Anfragen bekommen, deswegen möchte ich folgendes ergänzen. Ich fühle mich dazu nahezu verpflichtet, weil manche Kommentare das Gegenteil dessen bedeuten, was ich gemeint habe.

Dies sind nun die Tatsachen: Orlando Yorio und ich wurden nicht von Pater Bergoglio angezeigt. 

Wie ich in meiner früheren Erklärung deutlich gemacht habe, sind wir wegen einer Katechetin verhaftet worden, die zuerst mit uns zusammenarbeitete und später in die Guerilla eintrat (aufgrund eines Übersetzungsfehlers wurde sie in der vorigen Erklärung als Mann bezeichnet). Dreieinviertel Jahre lang hatten wir sie nicht gesehen. Zwei oder drei Tage nach ihrer Verhaftung wurden dann auch wir festgenommen. Der Offizier, der mich verhört hat, bat um meine Dokumente. Als er sah, dass ich in Budapest geboren war, hielt er mich für einen russischen Spion.

In der argentinischen Jesuitenprovinz und in kirchlichen Kreisen wurden schon in den Jahren davor falsche Informationen verbreitet, dass wir darum ins Elendsviertel gezogen seien, weil wir selber zur Guerilla gehörten. Das war aber nicht der Fall. Meiner Vermutung nach sind diese Gerüchte aber der Grund, weswegen wir nicht sofort freigelassen worden sind.