Wachsendes Christentum in der Ukraine

Erzbischof Mieczysław Mokrzycki gratuliert dem ukrainischen Volk zum 1025. Jahrestag der Christianisierung der Kiewer Rus

Warschau, (ZENIT.org) Don Mariusz Frukacz | 475 klicks

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz der Ukraine, Erzbischof Mieczysław Mokrzycki von Lemberg, gratulierte dem ukrainischen Volk zum 1025. Jahrestag der Christianisierung der Kiewer Rus. 

Der Lemberger Metropolit nahm in Kiew an den amtlichen Feierlichkeiten teil. 

Erzbischof Mokrzycki, ehemaliger Sekretär von Papst Johannes Paul II. und zweiter Sekretär von Papst Benedikt XVI., erklärte in seiner Ansprache, in den vergangenen 1025 Jahren habe die Macht des Wortes Gottes und der Sakramente das ukrainische Volk auf den Weg der Wahrheit, des Friedens und der Barmherzigkeit gebracht. 

Der Metropolit von Lemberg betonte, dass „viele Jünger Christi als Märtyrer das geschichtliche Erbe dieses Landes bereichert“ hätten. 

„Durch die Fürbitten der Heiligen konnte das Volk der Ukraine seine Liebe zum Herrn stärken, im Glauben wachsen und zu einer reifen Hoffnung in die Zukunft gelangen“, fügte Mokrzycki hinzu. 

Vergangenen Sonntag richtete auch Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, ein Pastoralschreiben an die Gläubigen, indem er sie aufforderte, ihr Taufversprechen zu erneuern. 

Am 28. Juli feierten die dem östlichen Ritus folgenden Gläubigen den Gedenktag des heiligen Wladimir, mit dem sie zugleich der Christianisierung der Kiewer Rus gedenken. 

Die Festigung des Christentums in Russland erfolgte etappenweise. 

Zu Beginn des Jahres 867 informierte der Patriarch von Konstantinopel Photios I. die anderen Patriarchen des Orients darüber, dass das russische Volk, zu dem er einen seiner Bischöfe als Missionar entsandt hatte, die christliche frohe Botschaft mit großer Begeisterung aufgenommen hatte. 

Die endgültige Christianisierung von Kiew fand im Jahr 988 statt, als Fürst Wladimir der Große nach seiner eigenen Taufe auch seine Familie und die gesamte Bevölkerung von Kiew im Dnepr taufen ließ. 

Um dieses Ereignis zu feiern, ließ Wladimir die erste aus Stein gebaute Kirche der ganzen Kiewer Rus errichten und der Himmelfahrt Mariens weihen. Später wurden er selbst und auch seine Frau in dieser Kirche beigesetzt. 

Die Christianisierung der Rus führte zu einem starken Bündnis mit dem byzantinischen Kaiserreich. Griechische Texte verbreiteten sich in Kiew, und im ganzen Land wurden Kirchen nach byzantinischem Vorbild errichtet. 1988 begingen die Gläubigen aller orthodoxen Kirchen die Tausendjahrfeier der Christianisierung der Ostslaven. Die damals in Moskau gehaltenen großen Feierlichkeiten wurden zum Symbol für die Besserung der Beziehungen zwischen Kirche und sowjetischem Staat. Zum ersten Mal seit 1917 wurden zahlreiche Klöster und Kirchen der Russisch-Orthodoxen Kirche zurückgegeben.