Wahrheit findet sich nicht durch demokratischen Mehrheitsbeschluss

Österreichischer Nuntius mahnt zu Treue und Gehorsam gegenüber dem Heiligen Vater

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Von Jan Bentz

ROM, 23. April 2012 (ZENIT.org). – Die Antwort auf die pastoralen Herausforderungen heute könne kein ortskirchlicher Sonderweg sein. Nur in vollkommener Einheit mit dem Papst könne die auch für jeden Einzelnen Lebensspendende kirchliche Communio gelebt werden. Das Hören auf den Heiligen Vater müsse ein freudiges Hinhören werden und dürfe kein gleichgültiges Weghören bleiben. Wer auf den Papst höre, der höre auf Christus.

So der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, in seiner Predigt am 19. April 2012 im Wiener Stephansdom anlässlich des siebten Jahrestages der Papstweihe von Benedikt XVI.

Der Papst werde nicht müde, getreu seinem apostolischen Auftrag den wahren Glauben zu verkünden sei es gelegen oder ungelegen. Das Zweite Vatikanische Konzil habe in „Lumen Gentium 18“ nochmals hervorgehoben, dass die Lehre über den Primat des Bischofs von Rom und das unfehlbare Lehramt der Kirche von allen fest zu glauben sei.  „Die Einheit in der Kirche ist Einheit in der Wahrheit und in der Liebe, was eine grundlegende Einheit in der Disziplin einschließt. Der Dienst an der Fülle der Wahrheit ist in einer besonderen Weise den Bischöfen in Gemeinschaft mit dem Papst aufgetragen. Die Fülle der Wahrheit ist nicht dem Einzelnen verheißen, sondern der ganzen Kirche in Einheit mit den Aposteln, mit Petrus“, zitierte er den seligen Johannes Paul II. aus einer Ansprache vom 19. Juni 1987.

„Deshalb kann es diese Einheit in der Wahrheit und in der Liebe nicht ohne die Autorität (in) der Kirche geben. Es versteht sich von selbst, dass die Wahrheit nicht durch einen demokratischen Mehrheitsbeschluss zu finden, sondern stets neu zu suchen und zu verkünden ist – in der Nachfolge Jesu“, so der Erzbischof.

Im Hinblick auf das von Papst Benedikt ausgerufene Jahr des Glaubens zum 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils und gleichzeitig dem 20. Jahrestag der Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche wies der Nuntius darauf hin, dass die Konzilstexte in der Hermeneutik der Kontinuität gelesen und interpretiert werden müssten, damit sie ihre Kraft zur Erneuerung der Kirche entfalten könnten, wie der Papst nicht müde werde zu betonen.

Es sei daher abwegig, zwischen einer vorkonziliaren und nachkonziliaren Kirche oder zwischen einem vorkonziliaren oder nachkonziliaren Glauben zu unterscheiden. Das Jahr des Glaubens solle, wie der Papst es intendiere, dafür genutzt werden, die Kenntnisse des Weltkatechismus zu vertiefen und die Lehrmittel des Religionsunterrichts daraufhin zu überprüfen, ob sie die kirchliche Lehre klar und anziehend vermittelten. Auch der neue Jugendkatechismus YouCat sei eine großartige Hilfe zur Glaubenserneuerung.

„Lasst uns beten für unseren Heiligen Vater Papst Benedikt. Der Herr bewahre ihn und schenke ihm Leben, und er mache ihn selig auf Erden und überliefere ihn nicht dem Übermut seiner Feinde“, schloss er.