Wallfahrt von Papst Benedikt XVI. nach Mariazell beginnt in Wien Am Hof

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WIEN, 22. August 2007 (ZENIT.org).- Die Ankunft des Heiligen Vaters auf dem Platz Am Hof in der Wiener Innenstadt am 7. September ist in ein großes „Glaubensfest“ eingebettet, berichtete heute die Pressestelle der Erzdiözese Wien, die in diesen Tagen die einzelnen Etappen der Apostolischen Reise vom 7. bis zum 9. September anlässlich des 850-Jahr-Jubiläums von Mariazell näher vorstellt.



Das Fest, das um 10.00 Uhr beginnen wird (der Heilige Vater wird gegen 12.45 Uhr eintreffen), ist bewusst als Auftakt zur Wallfahrt nach Mariazell konzipiert, erklärte Martin Sindelar, Zeremoniär von Kardinal Christoph Schönborn und gemeinsam mit Otto Neubauer von der Gemeinschaft Emmanuel für die Gestaltung der Feiern zuständig.

Otto Neubauer, Leiter des Instituts für Evangelisation in der Wiener Schenkenstraße, erwartet auf dem Platz Am Hof rund 25.000 Besucher, unter ihnen 5.000 Schüler, die in erster Linie zusammenkämen, um den Glauben zu feiern. Musikalisch wird das Vorprogramm von der Musikgruppe der Gemeinschaft „Emmanuel“ unter der Leitung von Franz Kinsky sowie von Chor und Bläsern von „Ars musica“ unter Leitung von Peter Hrncirik und Markus Landerer gestaltet – bewusst „zum Mitsingen und Mitsummen“.

Das Vorprogramm beinhaltet außerdem ein Gespräch mit zwei Salzburgern, die seit Jahrzehnten mit Benedikt XVI. beziehungsweise Joseph Ratzinger verbunden sind: dem Rektor des Bildungszentrums St. Virgil, Prälat Hans Walter Vavrovsky, und Roman Angulanza, dem emeritierten Leiter des Katholischen Bildungswerks Salzburg. Darüber hinaus stehen Interviews mit Gästen aus dem ökumenischen und interreligiösen Dialog auf dem Programm. Schließlich kommen Pfarrgemeinderatsmitglieder zu Wort, die im Februar dem Papst in Rom die aus den Erfahrungen ihrer Gemeinden „aktualisierte“ Apostelgeschichte übergeben konnten.

Ab 11.00 Uhr gehe es im Hinblick auf das Motto des Papstbesuchs „Auf Christus schauen“ immer tiefer in das Thema hinein, so Neubauer. Dabei wird insbesondere versucht, den Menschen auf dem Platz einen Zugang zur innersten Botschaft des Christentums zu erschließen. So berichten etwa junge Leute über ihre Erfahrungen mit den „Abenden der Barmherzigkeit“ im Wiener Stephansdom. Nach der Landung des Papstflugzeugs, die live übertragen wird, berichten die Journalisten Michaela Baumgartner und Markus Mahringer, wie Papstworte auch das Leben von „Promis“ verändern können. Barbara Stöckl berichtet über Reaktionen auf ihr erfolgreiches Interview-Buch mit Kardinal Christoph Schönborn „Wer braucht Gott?“"

Benedikt XVI. wird bei seiner Einfahrt im „Papamobil“ mit der neu komponierten „Benedikt-Intrada“ begrüßt werden. Von der Altane der Kirche aus wird er gemeinsam mit den auf dem Platz um die Mariensäule versammelten Menschen beten. „Wir bitten ihn, mit uns zu beten und uns im Gebet voranzugehen“, führte Neubauer aus. Acht Paare, die alle Generationen und Lebensformen repräsentieren, werden dem Papst Gebetsanliegen vorbringen; eine Bitte wird auch in Gebärdensprache übermittelt werden.

Der Heilige Vater wird eine kurze Ansprache halten und danach in der Kirche Am Hof das „Allerheiligste“ in einer eigens angefertigten gläsernen Monstranz den Gläubigen zeigen. Wenn der Papst dann in der Kirche vor dem Allerheiligsten betet, werde er „gemeinsam mit allen Gläubigen auf Christus schauen“, so Sindelar.

Mit dem Gebet des Papstes vor dem "Allerheiligsten" beginnt in der Kirche Am Hof eine Gebetsvigil, die über Nacht bis zum Beginn des Wallfahrtsgottesdienstes in Mariazell am 8. September um 10.00 Uhr dauern wird. Neubauer: „Der Papst kommt nicht nur und sagt ‚Hallo‘, sondern er stärkt den Glauben und nimmt viele mit, die nicht an der Wallfahrt nach Mariazell teilnehmen können.“

Nach der Eröffnung des eucharistischen Gebets durch den Papst wird die Anbetung in der Kirche Am Hof fast 20 Stunden hindurch fortgeführt. Durchgehend wird es dabei auch die Möglichkeit zum Entzünden von Gebetslichtern und zum Empfang des Bußsakraments geben. Musikalisch wird die Gebetsvigil unter anderem mit Gregorianischem Choral, Orgelmusik und Musik aus der jüdischen Gebetstradition gestaltet. Der klassischen Kirchenmusik wird besonders Raum gegeben: Von 19.00 bis 21.00 Uhr sind Chor und Orchester „Ars musica“ zu hören, unter anderem mit Teilen aus der „Sakramentslitanei“ von Mozart. Innerhalb dieser Zeit werden auch die österreichischen Bischöfe – nach dem staatlichen Festakt mit dem Papst in der Hofburg – zum gemeinsamen Gebet in die Kirche Am Hof kommen.

Stundenweise sind während der Gebetsvigil einzelne Gemeinschaften für die Gestaltung der Anbetung in der Kirche Am Hof zuständig. Am 8. September wird der Hochmeister des Deutschen Ordens, Bruno Platter, um 8.30 Uhr das Allerheiligste wieder in den Tabernakel der Kirche Am Hof übertragen.