Wallfahrten fördern europäische Integration

Ansprache von Erzbischof Marchetto in Spanien

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CORDOBA, 31. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Während der Internationalen Konferenz über Tourismus, Religionen und Dialog der Kulturen, die vom 29. bis zum 31. Oktober in Córdoba (Spanien) stattfand, wies Erzbischof Agostino Marchetto darauf hin, dass die Wallfahrtspraxis zur inneren Einheit Europas beitrage.



Der Sekretär des Päpstlichen Rates der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs hob hervor, dass jeder Mensch ein vom Schöpfer hinterlassenes „Fabrikationsmerkmal“ in sich trage, „eine unendliche Öffnung hin zum pulchrum, bonum, verum et unum (Schönen, Guten, Wahren und Einen), das heißt zum Transzendenten“. Dieses Siegel Gottes führe den Menschen zur Schau des Absoluten in seinen verschiedenen Ausdrucksformen. Und der Weg zur Transzendenz veranlasse viele, zu einem „heiligen Ort“ zu pilgern, an dem sie eine Erfahrung des Göttlichen, eine Begegnung mit ihrem Herrn und Gott zu erleben suchten.

Diese „Glaubensreise“ ist nach Worten von Erzbischof Marchetti nichts anderes als die Wallfahrt. Oft überschritten die Pilger die Grenzen der Heimat, um ihr Ziel zu erreichen, fügte er hinzu. „Für die Katholiken besteht dieses Ziel zumeist in einem Heiligtum, das der Gottesmutter oder einem heiligen Patron geweiht ist.“

Die katholische Kirche habe „dank einer prophetischen Eingebung“ die Seelsorge für Migranten, die Tourismus und die Wallfahrtstradition mit einschließe, vor über 50 Jahren institutionalisiert. Sie diene als „think-tank“ und Ansporn vor allem für die Bischofskonferenzen. Das Dikasterium beabsichtige, Begegnungen zur Weiterbildung für die Wallfahrtsdirektoren und die Rektoren der Heiligtümer zu organisieren.

Erzbischof Marchetto erklärte, dass diese besondere Form der Seelsorge Gelegenheit zum interkulturellen Dialog biete, „da sie den Reisenden die spezifischen Reichtümer vor Augen führt, die eine Kultur von der anderen unterscheidet. Zugleich begünstigt sie den Austausch dieser Reichtümer unter den Völkern. Bestandteil dieser Aufgabe ist auch der ökumenische und interreligiöse Dialog.“

Abschließend bekräftigte der Kurienerzbischof: „In der Tasche des Pilgers befindet sich mit Sicherheit die Sehnsucht nach Frieden – ein Geschenk Gottes, das den Händen der Menschen guten Willens anvertraut ist.“