Waltraud von Mons

Klostergründerin und Äbtissin in Mons

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 452 klicks

Waltrudis, auch Waudru genannt, wurde um 619 in Cousolre (Frankreich) als Tochter einer reichen Adelsfamilie geboren. Ihr Vater stand in den Diensten König Clothars II.

Waltrudis heiratete den adeligen Madelgar und schenkte vier Kindern das Leben. Doch sowohl Madelgar als auch Waldtrudis wünschten sich, obwohl sie eine Familie gegründet hatten, nichts sehnlicher, als ihr Leben ganz Gott zu weihen. Waltrudis’ Ehemann verließ schließlich die Familie und begab sich nach Hautmont. Schon bald folgte Waudru seinem Beispiel und zog sich in die Einsamkeit eines Oratorium zurück, aus dem später das Kloster Mons entstand. Sie war nicht nur die Gründerin des Klosters, des heutigen Collégiale Sainte-Waudru de Mons, sondern wurde auch dessen erste Äbtissin.

Waudru, über deren Leben wenige Informationen überliefert sind, wurde nach ihrem Tod am 9. April 688 heiliggesprochen. Schon bald verbreitete sich die Kunde von der Heiligen, und in Scharen strömten die Gläubigen nach Mons, um ihre Reliquien zu verehren. Ihre Gebeine wurden in einem goldenen Schrein in der Klosterkirche bestattet. Am Dreifaltigkeitsfest werden ihre Reliquien in einer großen Prozession auf einer weißen Kutsche mit Golddekorationen durch Mons gefahren. Die Prozession fand erstmals am 7. Oktober 1349 statt, als die Gegend von einer schrecklichen Pest heimgesucht wurde. Jedes Jahr findet anläßlich der Prozession ein großes Fest statt, das „Ducasse“ oder auch „Doudou“ genannt wird.