"Warum bin ich lebendig" - Die Dichterin Nada El Hage

Künstlerischer Beitrag zum interreligiösen Dialog

Rom, (ZENIT.org) Valentina Colombo | 602 klicks

Einen künstlerischen Beitrag zum interreligiösen Dialog werden am Freitag, 8. November, in Novara (Piemont), Nada El Hage und Hiba Al Kawas darbieten. Die aus dem Libanon stammende Nada El Hage wird eine Kostprobe („Anteprima“) ihrer Gedichte geben, die bald bei „Interlinea“ veröffentlicht werden. Begleitet wird sie von der Sopranin Hiba Al Kawas, die sich seit Jahren mit der islamischen Tradition beschäftigt.

Die Christin Nada El Hage und die Muslimin Hiba Al Kawas ergänzen sich bei ihrer Arbeit. Nada El Hage setzt sich in ihren Gedichten vor allem mit den Themen „Liebe“ und „Gott“ auseinander. Die Suche nach Gott und der Glaube bestimmen die Gedichte der praktizierenden Christin. Lyrik sei Befreiung vom Seelentod und eine Oase in der unverständlichen Welt von heute, so die Dichterin. Lyrik sei ein Gebet:

WARUM BIN ICH LEBENDIG 

Ich liebe dich, weil ich lebendig bin;
an einem Punkt im Himmel
atme ich den ganzen Himmel ein
weil mir der Geschmack der Dinge fehlte, 
weil ich meinem Dasein mein Geheimnis verheimlichte und sein Duft aus meinen Poren strömt.
Ich liebe dich,
weil der Himmel mich zu deiner Liebe einlädt.

(in Musik gesetzt im Jahr 2002)

[Übersetzung aus dem Italienischen von Britta Dörre]