Warum der Heilige Stuhl an der Anti-Rassismus-Konferenz teilnimmt

Erklärung von P. Federico Lombardi SJ

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ROM, 20. April 2009 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Erklärung, die der Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, P. Federico Lombardi SJ, heute Abend zur Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen in Genf veröffentlichen ließ.

P. Lombardi verurteilt die Israel-feindlichen Äußerungen des iranischen Staatspräsidenten und erläutert die Intentionen der Delegation des Heiligen Stuhls bei dem Nachfolgetreffen zu der internationalen Zusammenkunft in Durban vor acht Jahren.

Gegenüber Radio Vatikan bekräftigte heute Erzbischof Silvano Tomasi, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den UN-Institutionen in Genf, neuerlich die Bedeutung der Konferenz und kam dabei auf einige neue Formen von Rassismus und Intoleranz zu sprechen: „Diese neuen Rassismusformen betreffen ganz unterschiedliche Personengruppen, angefangen bei Frauen und Kindern, die auch oft Opfer von Menschenhandel sind. Und natürlich geht es auch um die problematische Situation von Migranten, die oft als Illegale gelten, oder um bestimmte eingeborene Bevölkerungsgruppen sowie die Lage der Sinti und Roma. Es ist wichtig, dass man neben den politischen Polemiken die grundlegende Frage nicht aus dem Auge verliert, und das ist der tatsächliche Respekt vor der Würde und den Persönlichkeitsrechten der Menschen, die als Ebenbild Gottes geschaffen wurden.“

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Die Konferenz als solche ist eine bedeutende Gelegenheit, um den Kampf gegen Rassismus und Intoleranz voranzutreiben.

Mit dieser Absicht nimmt der Heilige Stuhl daran teil, und er bemüht sich darum, die Bemühungen der internationalen Einrichtungen zu unterstützen, damit in dieser Richtung Fortschritte erzielt werden.

Die große Mehrheit der Länder nimmt an der Konferenz teil, und der Entwurf, auf den man sich am vergangenen Freitag geeinigt hatte, ist an und für sich akzeptabel, da die wichtigsten Punkte, die Einwände hervorgerufen hatten, beseitigt worden sind.

Natürlich gehen Ansprachen wie jene des iranischen Präsidenten nicht in diese richtige Richtung; denn auch wenn der Holocaust oder das Existenzrecht Israels nicht geleugnet wurden, hat es extremistische und unannehmbare Ausdrücke gegeben. Deshalb ist es wichtig, immer wieder eindeutig die Achtung vor der menschlichen Würde gegen jeden Rassismus und jede Intoleranz zu bekräftigen.

Wir wünschen uns, dass die Konferenz auch zu diesem Zweck etwas beitragen kann. Das ist zweifellos der Sinn des Einsatzes der Delegation des Heiligen Stuhls bei der Fortführung der Arbeiten.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen vom Heiligen Stuhl veröffentlichten Originals]