Warum der Vatikan bei der UNO mitwirkt

Statement von P. Federico Lombardi SJ

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VATIKANSTADT, 10. Oktober 2011 (ZENIT.org/RV). - Vatikansprecher Federico Lombardi verteidigt das Mitwirken des Heiligen Stuhls bei der UNO. In seinem Editorial für Radio Vatikan sagte der Jesuit an diesem Samstag:

„Manchmal wird gefragt, warum eine religiöse Autorität wie der Heilige Stuhl an den Arbeiten einer globalen Einrichtung wie der UNO-Vollversammlung teilnimmt, wo es doch häufig zu harten politischen Auseinandersetzungen kommt. Da muss man zunächst betonen, dass der Heilige Stuhl nur den Status des Beobachters hat, also nicht an den Abstimmungen teilnimmt.“

Pater Lombardi verweist auf die Rede, die der „Außenminister“ des Vatikans, Erzbischof Dominique Mamberti, vor ein paar Tagen bei der derzeitigen Vollversammlung gehalten hat. Daran lasse sich „verstehen“, was der Heilige Stuhl bei der UNO wolle.

„Johannes Paul II. hatte bei seiner Ansprache in New York betont, die UNO müsse ein Ort sein, in dem sich die Nationen als Mitglieder einer Familie erkennen, verantwortlich für das Gemeinwohl der ganzen Menschheit. Benedikt XVI. hat davon ausgehend das Konzept einer Schutzverantwortung entwickelt, als konkreter Ausdruck der Aufmerksamkeit für die Schwächsten. Das hat Erzbischof Mamberti in seiner Ansprache nun auf die humanitären Krisen im Moment, vor allem auf die Krise am Horn von Afrika, angewandt.“

Der Vatikan-Erzbischof habe auch von Friedensschutz und Menschenrechten gesprochen, von Religionsfreiheit und vom Zusammenhang zwischen Ethik und Wirtschaft. Er habe zum „Kampf gegen den Waffenhandel“ aufgerufen und von nachhaltiger Entwicklung.

„Eine Familie ist eine Gemeinschaft, wo einer vom anderen abhängt, alle sich vertrauen, sich gegenseitig helfen und respektieren“, hat Mamberti gesagt. Daran zu erinnern, ist im Interesse jedes Menschen. Und vor allem deshalb ist der Heilige Stuhl in New York dabei!“