Warum die Mormonentaufe ungültig ist

Auffassung der Sekte über die Dreifaltigkeit stimmt nicht mit christlichem Begriff überein

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VATIKAN, 18. Juli 2001 (ZENIT.org).- Auf Anfragen über mormonische Bräuche hat der Heilige Stuhl jüngst die Ungültigkeit der Taufe dieser Sekte festgestellt.



Vergangenen Monat hat die Glaubenskongregation die Ungültigkeit der Mormonentaufe wegen des irrigen Trinitätsbegriffes und einer daraus resultierenden falschen Christologie bekannt gegeben.

Am Dienstag hat Pater Luis Ladaria, Professor an der Päpstlichen Jesuitenuniversität Gregoriana, gegenüber dem Osservatore Romano die kirchliche Haltung hinsichtlich der Mormonentaufe erläutert.

"Die Taufe ist wesentlich wegen des unterschiedlichen Glaubens an Vater, Sohn und Heiligen Geist ungültig, auf deren Namen ein Christ getauft wird, aus der falschen Trinitätsauffassung resultiert logischerweise eine falsche Auffassung über Christus, der aber die Taufe eingesetzt hat".

Pater Ladaria hob hervor, dass sogar Nichtkatholiken gültig die Taufe spenden können, da sie selbst das Sakrament nicht bewirken, sondern nur als Werkzeug dienen, Spender ist Christus selbst. Der Taufende muss lediglich im Namen der Dreifaltigkeit und mit der Absicht das Sakrament erteilen, das zu tun, was die Kirche tun will.

Joseph Smith gründete die Mormonensekte 1830 in New York. Er fühlte sich inspiriert, den Ort zu finden, wo goldene Gedenktafeln niedergelegt waren, welche die Offenbarungen des Propheten Mormon enthalten, die er selbst und sein Sohn Moroni geschrieben hatten. "Mormonismus ist die ´geheiligte Geschichte´, die in Amerika neu geschrieben wurde, wo Gott die ´Heiligen der späteren Tage´ offenbart hat".

Die Antwort der Glaubenskongregation basiert auf einer von den amerikanischen Bischöfen erbetenen Untersuchung.

Die Taufformel der Mormonen laute: "Nachdem ich den Auftrag Christi erlangt habe, taufe ich dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes".

Darin ist aber keine wahre Anrufung der Dreifaltigkeit enthalten, sagte Pater Ladaria, da für die Mormonen "Vater", "Sohn" und "Heiliger Geist" nicht als drei Personen konzipiert werden, in der die eine Gottheit besteht, sondern es sind drei Götter, die eine Gottheit bilden.
Der Begriff "Gottheit" an sich hat keinerlei Wesenheit, da nach mormonischer Auffassung die Gottheit entstanden ist, weil drei Götter entschieden haben, sich zu vereinen und die Gottheit zu bilden, um den Menschen das Heil zu bringen. Gottheit und Menschheit teilen nach mormonischer Auffassung dieselbe Natur und sind daher "substantiell dasselbe".

Ein solcher Glaubensunterschied bringt es mit sich, das der mormonische Taufspender bei der Erteilung der Taufe nicht mit der Absicht tauft, das zu tun, was die katholische Kirche tut, wenn sie die Taufe spendet.