Was Christen wichtig ist: Aufruf zur Landtagswahl in Bayern

Gemeinsame Initiative des Landeskomitees der Katholiken in Bayern und der evangelisch-lutherischen Landessynode

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MÜNCHEN, 2. September 2008 (ZENIT.org).- In einem gemeinsamen Wahlaufruf zur Bayerischen Landtagswahl am 28. September appellieren das Landeskomitee der Katholiken in Bayern und die evangelisch-lutherische Landessynode an alle Wahlberechtigten, ein „klares Zeichen für eine lebendige Demokratie“ zu setzen. Außerdem weisen sie darauf hin, welche Themen Christen besonders am Herz liegen: das menschliche Leben, Kinder und Familien, Bildung, soziale Gerechtigkeit, der Schutz von Sonn- und Feiertagen sowie Schöpfungsverantwortung.

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Mit Ihrer Teilnahme an der Wahl
- setzen Sie ein klares Zeichen für eine lebendige Demokratie,
- wirken Sie einer verbreiteten „Politikmüdigkeit“ aktiv entgegen, und
- wehren Sie extremistischen Gruppierungen, die unsere Demokratie verachten.

Als Christinnen und Christen sagen wir klar, was uns am Herzen liegt:

• Schutz der Menschenwürde vom Anfang bis zum Ende des Lebens

Wir sind gegen alle Tendenzen, die das menschliche Leben anderen Interessen opfern wollen.

• Ja zum Kind und zur Familiengründung
Dieses Ja fällt vielen Frauen und Männern leichter, wenn Beruf und Familie vereinbar sind. Eltern brauchen echte Wahlmöglichkeiten, die ihnen auch die Möglichkeit geben, ihrem Erziehungsrecht persönlich nachkommen zu können. Dazu gehört eine angemessene finanzielle Unterstützung. Darüber hinaus ist es unumgänglich, die familiennahe (Tagesmütter und -väter) und die institutionelle Kindertagespflege (Kinderkrippe, Kindergarten und Kinderhort) auszubauen.

• Bildung ist Zukunftsressource
Allen jungen Menschen, unabhängig von Herkunft und Wohlstand, müssen gleiche Bildungschancen und angemessene Bildungsangebote eröffnet werden. In den Schulen müssen leistungsschwächere und besonders begabte Schülerinnen und Schüler noch differenzierter gefördert werden. Kleinere Klassen sind eine Mindestvoraussetzung dafür.

• Soziale Gerechtigkeit ist Bedingung gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit

Immer mehr Menschen leben in Armut, vor allem Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern. In manchen Berufen reicht ein Vollzeit-Einkommen nicht mehr aus, um eine Familie zu ernähren. Viele Menschen leiden unter Arbeitslosigkeit. Nötig sind politische Konzepte, die wirksam helfen. Wir erinnern aber auch an die im Grundgesetz verankerte Sozialbindung des Eigentums.

• Schutz von Sonn- und Feiertagen

Wir sind gegen eine grenzenlose Ökonomisierung, die den Menschen gemeinsame Möglichkeiten zur Erholung und zur Feier von Gottesdiensten raubt.

• Verantwortung für die Schöpfung

Der Schutz der Umwelt und vor allem der Grundsatz der Nachhaltigkeit sowohl in ökologischer wie ökonomischer Hinsicht müssen verstärkt als vorrangige Maßstäbe politischen Handelns Beachtung finden.

Gehen Sie am 28. September zur Wahl! Treffen Sie Ihre Wahl danach, wer das Wohl und die Interessen der Menschen in Bayern am besten vertritt. Mit Ihrer Stimme entscheiden Sie mit über die Zukunft unserer bayerischen Heimat!

München, 1. September 2008

Dr. Dorothea Deneke-Stoll, Präsidentin, für das Präsidium der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Helmut Mangold, Vorsitzender, für das Präsisium des Landeskomitees der Katholiken in Bayern

[Vom Landeskomitee der Katholiken in Bayern veröffentlichtes Original]