Was das Leben eines christlichen Pilgers ausmacht: Benedikt XVI. betritt österreichischen Boden

Auf Christus schauen, auf den Nächsten schauen

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WIEN, 7. September 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. versteht seine Wallfahrt nach Mariazell, die am Samstag die Mitte und den Höhepunkt seines dreitägigen Aufenthalts in Österreich darstellt, als „Mitpilgern mit den Pilgernden unserer Zeit“. Das bekräftigte er heute kurz nach 11.00 Uhr, nach seiner Ankunft auf dem Flughafen Wien-Schwechat. Wesentlich bei der Pilgerschaft des Christen auf Erden ist es, den Blick auf Christus und auf den Nächsten zu richten, wie der Heilige Vater in seiner ersten Ansprache nach der offiziellen Begrüßungszeremonie im Hangar des Flughafens hervorhob.



Papst Benedikt wurde noch im Flugzeug vom Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, und am Fuß der Gangway von Bundespräsident Heinz Fischer und Kardinal Christoph Schönborn willkommen geheißen. Nachdem zwei Kinder dem Heiligen Vater zur Begrüßung Blumen überreicht hatten, begrüßte er die österreichischen Bischöfe und anschließend die Spitzen des Staates persönlich – Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Wilhelm Molterer sowie viele weitere Mitglieder der österreichischen Bundesregierung. Nach dem Abschreiten der Ehrenformation des Bundesheeres lud Bundespräsident Fischer in seinen Begrüßungsworten den Papst ein, Österreich während seines Aufenthaltes als „zweite Heimat“ zu betrachten.

Benedikt XVI. bezeichnete die Gnadenstätte von Mariazell als „mütterliches Herz Österreichs“ und „Symbol der Offenheit“. In der Person Mariens weise dieser Wallfahrtsort zudem darauf hin, dass der Mensch von Natur aus imstande ist, „sich Gott und seinem Wort der Wahrheit zu öffnen“. Mit dieser „Blickrichtung“ will der Heilige Vater nach eigenen Worten durch Österreich reisen. Die „geistliche Pilgerschaft“, die ihn in den kommenden Tagen begleiten werde, beginne mit dem gemeinsamen Gebet am Platz Am Hof.

„Pilgerschaft ist ja nicht nur der Weg zu einem Heiligtum. Wesentlich ist auch der Weg zurück in den Alltag. Unser wöchentlicher Alltag beginnt stets mit dem Sonntag – dem befreienden Geschenk Gottes, das wir annehmen und wahren wollen“, fuhr der Heilige Vater fort, der kurz auf die einzelnen Stationen seines Besuchs zu sprechen kam.

Mit Blick auf seine Begegnung mit Ehrenamtlichen und Freiwilligen im Wiener Konzerthaus (Sonntagnachmittag) erklärte er: „Ich weiß, dass das Geschenk des freien Sonntags und ein guter Teil der Freizeit in Österreich von zahlreichen Menschen zum freiwilligen Einsatz für andere genutzt wird. Auch solches Engagement, freigebig und selbstlos hingeschenkt zum Wohl und Heil der anderen, kennzeichnet den Pilgerweg unseres Lebens. Wer auf den Nächsten ‚schaut‘ – ihn sieht und ihm Gutes erweist –, schaut auf Christus und dient ihm.“

In Mariazell werde man sich um Christus scharen und ihn um die Gnade bitten, „ihn immer klarer schauen zu dürfen, ihn in unseren Mitmenschen zu erkennen, ihm in ihnen zu dienen und mit ihm den Weg zum Vater zu gehen“.