Was hat Gott mit mir vor? Meine Berufung!
Von Sr. Igna Kramp CJ
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ROM, 30. April 2009 (ZENIT.org).- Nein, dass ich einmal Ordensschwester werden würde, hätte ich mir vor gut zehn Jahren nicht träumen lassen. Wahrscheinlich gab es sogar kaum etwas, das mir ferner lag. Ich kam aus keinem religiösen Elternhaus, hatte ein sehr distanziertes Verhältnis zur Kirche und fragte gewiss nicht als erstes danach, was Gott mit mir vorhaben könnte. Und doch kam dann alles ganz anders.
In meinem Studium der Geschichte und Germanistik begann ich, nach Gott zu fragen, und historisch konkret wurde daraus natürlich auch die Frage nach der Kirche - zunächst der evangelischen, in der ich aufgewachsen war, aber dann auch immer mehr der katholischen, in der ich auf eine größere Nähe zur Tradition hoffte (und sie dann auch fand). Ich ließ es nicht beim Studium von Literatur, sondern ich wollte schauen, „was die Katholiken so machen“, wollte life erleben, wie Katholizismus heute ist, und ging deshalb in die Messe. Es blieb nicht beim Schauen, sondern ich sah und glaubte - die tatsächliche Gegenwart Christi in der Eucharistie wurde mir Grund zur Konversion. 1995 wurde ich katholisch.
Charles de Focault hat einmal gesagt „Sobald ich begriff, dass Gott existiert, wusste ich, dass ich nur noch für Ihn leben wollte.“ Das trifft es. Jetzt wollte ich „ganz“, obwohl ich zunächst keine Ahnung hatte, was „ganz“ heißen könnte. Andere haben das im Grunde vor mir begriffen. Mein Vater etwa, der recht bald sagte: „Ich hoffe, Du willst nicht Profi werden in dem Job!“ „Nein“, sagte ich damals nach bestem Gewissen. Und tat es dann doch.
Ich hatte zunächst nur Klischeevorstellungen von Ordensleben, und die verband ich natürlich nicht mit der Sehnsucht in meinem Herzen. Da brauchte es tatsächlich jemanden, von dem ich lernen konnte, dass es genau diese unwiderstehliche Anziehung von Gott her ist, die Menschen dazu führt, arm, keusch und gehorsam zu leben und sich selbst für das Reich Gottes in die Waagschale zu werfen. Dieser jemand kam in mein Leben in Person eines Weltpriesters, der mich geistlich begleitete und bald merkte, was die Stunde geschlagen hatte.
Irgendwann begriff ich es dann auch selbst und begann, eine Gemeinschaft zu suchen. Ich wandte mich an die Congregatio Jesu, nach dem Motto: „Die haben was für Bildung übrig“. Haben wir auch, aber wie schon bei der Konversion fand ich viel mehr, als ich je hätte suchen können. 2002 trat ich in die Gemeinschaft ein und entdecke seitdem immer mehr, dass das Leben unter den Gelübden und die Ignatianische Spiritualität unserer Gemeinschaft mir im Innersten entspricht. Ein Freund fasste es einmal in die Worte: „Du warst im Herzen schon immer Schwester der Congregatio Jesu. Jetzt entdeckst Du, wer Du bist.“
Das ist es. Es ist mein Leben.
[Kontakt zu Sr. Dr. Igna Kramp: ignakramp@mariaward.de;©Copyright Diözesanstelle "Berufe der Kirche" der Erzdiözese München Freising]


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