Was passiert, wenn die Verwendung von Embryonen für Forschungszwecke gebilligt wird

Gastkommentar von IMABE-Geschäftsführer Prat in der „Presse“

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WIEN, 15. April 2008 (ZENIT.org).- Nach der Entscheidung des Deutschen Bundestages von Freitag (11. April), den Stichtag für den Import von Stammzellen aus dem Ausland „einmalig“ vom 1. Januar 2002 auf den 1. Mai 2007 zu verschieben, betont Professor Enrique Prat, Geschäftsführer des „Instituts für Medizinische Anthropologie und Bioethik“ (IMABE), in einem Gastkommentar der heutigen Ausgabe der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ (vgl. Der Embryo als Galionsfigur im Streit ums Geld), dass Deutschland für Österreich Signalwirkung haben müsse. Eines sei nämlich klar geworden: „Wer einmal die Verwendung von Embryonen für Forschungszwecke gebilligt hat, hat den Rubikon überschritten und steht unter Zugzwang, weitere Lockerungen zuzulassen.“

Wissenschaftlich gibt es nach Worten des Wissenschaftler klare Alternativen: Adulte Stammzellen seien ethisch unbedenklich und heilten bereits heute, die embryonalen würden wider besseres Wissen immer noch als viel versprechend dargestellt. Auch die erfolgreiche Erzeugung von induzierte pluripotente Stammzellen (iPSZ), also reprogrammierte humane adulte Stammzellen, die die Eigenschaften von embryonalen aufweisen, hätten das Blatt positiv gewendet. Die Forschung an humanen embryonalen Stammzellen (hESZ) sei so gesehen überflüssig geworden.

Dieser Ansicht seien auch private Investoren, die sich angesichts der dürftigen Ergebnisse der humanen, als Heilsweg propagierten embryonalen Stammzellen kalte Füße geholt haben und sich aus dem Geschäft zurückziehen. Es könne nicht sein, dass sich Politiker von jenen einschüchtern lassen, „die immer noch das Um und Auf in jener Stammzellenforschung sehen, die den Verbrauch von Embryonen einschließt“. Die „permanente Wiederholung der Aussage, dass diese Forschung der Königsweg sei, macht sie nicht wahrer. Sie bleibt ein Trampelpfad, in dessen Morast die Ethik auf der Strecke bleibt.“

Das IMABE-Institut hat mit Blick auf die umstrittenen Klonexperimente in Großbritannien eine Erklärung veröffentlicht, in der Forscher zur Selbstbeschränkung aufgefordert werden (vgl. Rubrik „Dokumente“).