"Was wir uns von denen mal abgucken könnten, ist das Engagement"

Lebenschützerin Linder appelliert leidenschaftlich für stärkeren Pro-Life-Einsatz

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Michaela Koller

ROM, 13.November 2009 (ZENIT.org).-In einem leidenschaftlichen Artikel hat Alexandra Maria Linder („Geschäft Abtreibung", ZENIT berichtete) in der aktuellen November-Ausgabe des Vatican-Magazins zu mehr zivilgesellschaftlichem Engagement unter Christen für das Lebensrecht Ungeborener aufgerufen. In der Titelgeschichte nennt die Buchautorin und Lebensrechtsaktivistin eine Reihe aktueller Bedrohungen für das Leben zwischen Empfängnis und dem natürlichen Tod und schildert unverblümt Rückschläge im Einsatz der Lebensschützer. Mit Blick auf deren Gegner kommt sie jedoch zu dem Schluss: „Das Einzige, was wir uns von denen mal abgucken könnten, ist das Engagement."

So seien die Abtreibungsbefürworter „immer und überall zur Diskussion" bereit. Linder zufolge sind sie „gut organisiert". Sie gehen zu Demonstrationen, schreiben Leserbriefe und engagierten sich in Internetforen. „Wenn wir dazu noch klar und konsequent christlich denken und handeln oder auch nur als zählbare Karteileiche eine Lebensschutzorganisation unterstützen, ist schon viel gewonnen", appelliert die Autorin. Abschließend ruft sie zur Abkehr von Zögerlichkeit und Trägheit auf. Linder warnt die Pro-Life-Aktivisten davor, sich als rechtsextrem abstempeln zu lassen. „Zur Veranschaulichung der Realitätsnähe stellen Sie sich bitte mal vor, wie Neonazis auf der Straße knien und hingebungsvoll den Rosenkranz beten. Diese Unvereinbarkeit haben wir doch nun wirklich sinnvollerweise alle schon in der Schule gelernt."

Vielmehr sieht sie in den Abtreibungsbefürwortern geistige Erben überkommener totalitärer Vorstellungen: „Nannte man damals Bevölkerungspolitik, später auch mal Geburtenkontrolle, heute nennt man das reproduktive Gesundheit." Darüber hinaus werden die Gegner der Pro-Life-Bewegung Linder zufolge zunehmend aggressiver. Bei der 1000-Kreuze-Demonstration im September in Berlin habe einen Gegendemonstrant ihr eine brennende Bibel vor die Füße geworfen. Das Vorgehen interpretiert sie jedoch als argumentative Schwäche: „Wenn sie sich ihrer Sache sicher wären oder wenn sie wüssten, dass sich ihre Denkweise überall durchsetzt, könnten sie ganz locker bleiben."