Weg frei für die Seligsprechung von Eustachius Kugler OH (1867-1946)

Der Ordensmann war der Sohn eines Hufschmieds aus Neuhaus bei Nittenau

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ROM/MÜNCHEN, 19. Januar 2009 (ZENIT.org).- Große Freude bei den Barmherzigen Brüdern in Bayern: Papst Benedikt XVI. „ratifizierte" am Samstag, dem 17. Januar, die Anerkennung des Wunders, das auf die Fürsprache des Barmherzigen Bruders Eustachius Kugler (1867-1946) zurückgeführt wird. Der Heilige Vater beauftragte die Kongregation für die Selig- und Heiligseligsprechungsprozesse, das entsprechende Dekret zu „promulgieren" (verkünden).

„Damit kann der Orden in Zusammenarbeit mit der Diözese Regensburg offiziell beginnen, die Seligsprechungsfeier vorzubereiten", so Pater Félix Lizaso, Generalpostulator des Ordens.


Frater Emerich Steigerwald, Provinzial der Bayerischen Ordensprovinz, kommentierte die freudige Nachricht mit folgenden Worten: „Wir sind dankbar, dass der 1963 in Regensburg begonnene Prozess zu diesem guten Ende kommt." Die Seligsprechung wird voraussichtlich noch in diesem Jahr 2009 in Regensburg stattfinden.

Diener Gottes Eustachius Kugler (1867-1946)
Joseph Kugler wurde 1867 in Neuhaus bei Nittenau (Oberpfalz) in einfache, ländliche Verhältnisse geboren. Der Sohn eines Hufschmieds lernte nach einer Bauschlosserlehre in München die Barmherzigen Brüder in Reichenbach kennen und trat mit 26 Jahren ein. Er erhielt den Ordensnamen Eustachius. Nach Jahren des Dienstes als Prior in verschiedenen Einrichtungen der Barmherzigen Brüder wurde ihm 1925 die Leitung der bayerischen Ordensprovinz anvertraut. Das Amt als Provinzial hatte er bis zu seinem Tod 1946 inne. Den Erbauer des Regensburger Krankenhauses der Barmherzigen Brüder zeichneten Gelassenheit, Mut und Geduld aus, seine Kraft schöpfte er aus dem Gebet. Während der Unterdrückung im Dritten Reich zeigte sich Frater Eustachius Kugler als kraftvoller Zeuge Christi. Er starb im Ruf der Heiligkeit. Frater Eustachius' sterbliche Überreste ruhen in einer Seitenkapelle der von ihm erbauten Krankenhauskirche St. Pius in Regensburg.

Eine Internet-Seite über den Diener Gottes Eustachius Kugler ist nach Angaben der Barmherzigen Brüder im Aufbau begriffen und soll bald freigeschaltet werden.

Barmherzige Brüder und die Ordensprovinz Bayern
Der Orden der Barmherzigen Brüder gründet auf dem Wirken des heiligen Johannes von Gott (1495-1550), der im spanischen Granada seine Berufung darin fand, Kranke und Hilfsbedürftige in sein Hospital aufzunehmen. Er gilt als Pionier einer modernen Krankenpflege. Heute zählt der Orden weltweit rund 1.300 Ordensmänner (Bayerische Ordensprovinz: 43). Gemeinsam mit 45.000 Mitarbeitern sind sie in rund 300 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens tätig. Der Sitz der Generalleitung ist in Rom. In Bayern ist die Gemeinschaft bereits seit 1622 tätig.

Die Tätigkeitsschwerpunkte der Bayerischen Ordensprovinz liegen in den Bereichen Krankenhaus mit insgesamt etwa 1.700 Betten und in der Behindertenhilfe mit etwa 1.200 Plätzen. Die Provinz unterhält Einrichtungen an zwölf Standorten: Krankenhäuser in Regensburg, München und Straubing, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Reichenbach (Oberpfalz), Algasing (Oberbayern), Gremsdorf (Mittelfranken) und Straubing (Niederbayern) sowie in Kobe (Japan), Altenheime in Neuburg an der Donau, Straubing, Königstein (Taunus) und Püttlingen (Saarland), die Kneipp'schen Stiftungen in Bad Wörishofen sowie ein Kinderheim in Kostenz (Niederbayern) - dort befindet sich auch ein Tagungs- und Erholungshaus. In diesen Einrichtungen sind insgesamt mehr als 5000 Personen beschäftigt. Darüber hinaus engagiert sich der Orden in München in der Obdachlosenhilfe und im Landkreis Cham in der Offenen Behindertenarbeit.

Immer wichtiger werden auch Kooperationen mit anderen Partnern. Im vergangenen Jahr haben die Barmherzigen Brüder 2008 gemeinsam mit den Niederbronner Schwestern die Trägerschaft des St. Barbara-Krankenhauses in Schwandorf übernommen. Einen Teil der Einrichtungen hat der Orden in gemeinnützige GmbHs eingebracht, um sie für die Zukunft zu sichern.

In der Nachfolge ihres Ordensgründers bemühen sich die Barmherzigen Brüder, auf aktuelle Nöte der Zeit zu reagieren. So gehören sie beispielsweise zu den Pionieren der Hospizbewegung in Bayern und eröffneten an ihrem Münchner Krankenhaus 1991 die erste Palliativstation im Freistaat.