Wege der Gewissensbildung: Benedikt XVI. schreibt „Dienern des göttlichen Erbarmens"

Papstbotschaft an die Apostolische Pönitentiarie

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ROM, 16. März 2009 (ZENIT.org).- Kardinal James Francis Stafford, Großpönitentiar der Apostolischen Pönitentiarie, verlas am Samstag, dem 14. März, die Botschaft, die Papst Benedikt XVI. den Teilnehmern eines Kurses des „forum internum" hatte zukommen lassen.



Die Apostolische Pönitentiarie gehört zu den drei obersten päpstlichen Gerichtshöfen der Kirche. Sie wird gemeinhin auch als der oberste Gnadenhof der katholischen Kirche bezeichnet. Die Zuständigkeit erstreckt sich auf das, was das „forum internum" - also Gewissensfragen - sowie die Ablässe anbetrifft. Für das „forum internum", sei es sakramental im Kontext des Bußsakraments oder nicht sakramental, gewährt sie Absolutionen, Dispensen und andere Gnadenerweise. Das Dikasterium ist für Fragen zuständig, die die Gewährung und den Gebrauch von Ablässen betreffen, vorbehaltlich der Kompetenzen der Kongregation für die Glaubenslehre. Die Apostolische Pönitentiarie sorgt dafür, dass in den Päpstlichen Basiliken in Rom genügend Beichtväter vorhanden sind, die mit den erforderlichen Befugnissen ausgestattet sind. Das Dikasterium wird vom Kardinal-Großpönitentiar, James Frances Kardinal Stafford, geleitet. Ihm stehen ein Regent und fünf andere Prälaten als Mitarbeiter zur Seite.

In seinem Schreiben hebt Papst Benedikt hervor, dass in der heutigen Zeit einer der pastoralen Schwerpunkte in der rechten Bildung der Gewissen bestehe. In dem Maß, in dem der Sinn für die Sünde verloren gehe, stiegen die Schuldgefühle an, die man dann mit ungenügenden „palliativen" Gegenmitteln beseitigen wolle.

Vielfältige und wertvolle geistliche und pastorale Mittel und Methoden, die in ihrem Wert mehr und mehr bestätigt werden müssten, leisteten zur Bildung der Gewissen ihren Beitrag. Dazu gehörten die Katechese, die Verkündigung, die geistliche Begleitung, das Sakrament der Versöhnung und die Feier der Eucharistie.

Eine angemessene Katechese „bietet einen konkreten Beitrag zur Erziehung der Gewissen und regt diese dazu an, immer besser den Sinn für die Sünde auszumachen, der heute verblasst und, was noch schlimmer ist, mitunter vernebelt ist, so dass man denkt und lebt ‚etsi Deus non daretur' (als ob es Gott nicht gäbe)". Eine solche Einstellung zeuge von einem „Relativismus, der für den eigentlichen Sinn des Lebens verschlossen bleibt".

Zur Katechese gehört nach Worten des Papstes die Verkündigung in Form der Predigt. Benedikt XVI. erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass die jüngste Bischofssynode über das Wort Gottes den Wert und die Bedeutung der Predigt neu hervorgehoben habe.

Die geistliche Begleitung sei heute mehr denn je notwendig, fährt der Bischof von Rom in seinem Schreiben fort. Es handle sich dabei um einen entscheidenden kirchlichen Dienst, der eine innere Lebendigkeit erfordere, um die es als Geschenk des Geistes zu beten gelte.

Jeder Priester sei, wie Benedikt XVI. anschließend erklärt, dazu aufgerufen, das Bußsakrament zu spenden, durch das dem Büßer ein anspruchsvoller Weg der Heiligkeit mit einem rechten und informierten Gewissen ermöglicht werde. Dazu müsse ein jeder Priester sein eigenes geistliches Leben nähren und für seine ständige theologische und pastorale Weiterbildung sorgen. Das Gewissen des Gläubigen werde auch durch die fromme und bewusste Teilnahme an der Eucharistiefeier immer feiner.

„Ich ermahne die Teilnehmer der Kurses", so Benedikt XVI. abschließend, „in sich immer das Bewusstsein lebendig zu erhalten, würdige Diener des göttlichen Erbarmens und verantwortungsbewusste Erzieher der Gewissen zu sein".