Wege des interreligiösen Dialogs: Benedikt XVI. würdigt Einsatz der Bischöfe aus Nordafrika

Die Christen sind „Zeugen der universalen Brüderlichkeit“

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ROM, 13. Juni 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat anlässlich eines Empfangs für Bischöfe aus dem Norden Afrikas darauf aufmerksam gemacht, dass der interreligiöse und interkulturelle Dialog eine vitale Notwendigkeit darstellt. Zugleich bekundete der Papst seine Freude darüber, dass dieser gegenseitige Austausch im täglichen Leben seiner Gäste einen festen Platz bekommen habe.



Der Heilige Vater erklärte am Samstag vor den Bischöfen aus Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen, die gemeinsam die regionale Bischofskonferenz des nördlichen Afrikas bilden und im Vatikan ihren „Ad-limina“-Besuch absolvierten: „Für uns ist der authentische Dialog zwischen Religionen und Kulturen eine absolute Notwendigkeit – ein Dialog, der uns helfen kann, alle Spannungen in einem Geist der fruchtbaren Verständigung gemeinsam zu überwinden.“

Die Christen stellen in den genannten afrikanischen Ländern inmitten einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit eine kleine Minderheit. Papst Benedikt lobte die verschiedenen Initiativen, die die Bischöfe zur Förderung des friedlichen Miteinanders ins Leben gerufen hatten, wie etwa Orte der Begegnung, Bildungszentren und Bibliotheken. Er würdigte ihren entschlossenen Einsatz zur Vertiefung von Beziehungen zwischen Christen und Muslimen, die sich durch „Wertschätzung und Respekt“ auszeichneten und „Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden“ förderten. Die gemeinsame Bewältigung des Alltags sei eine Gelegenheit, sich gegenseitig immer besser kennen zu lernen, fuhr der Bischof von Rom fort.

„Durch die brüderliche Teilnahme an den Freuden und am Leid des jeweils anderen – insbesondere in den wichtigsten Momenten des Lebens – und auch durch mannigfaltige gemeinschaftliche Bemühungen im Gesundheits-, Erziehungswesen und Kulturbereich sowie im Dienst an den Armen bekundet ihr eine echte Solidarität, die die Bande des Vertrauens und der Freundschaft zwischen den einzelnen Personen, Familien und Gemeinschaften festigen.“

Den afrikanischen Gläubigen führte der Heilige Vater das Vorbild des seligen Charles de Foucauld (1858-1916) vor Augen, der in der Sahara ermordet worden war. Sein Beispiel und Charisma hat zehn Ordenskongregationen und acht Vereinigungen apostolischen Lebens inspiriert. „Mögen die Christen in euren Ländern treue Zeugen der universalen Brüderlichkeit sein, die Christus seinen Jünger beigebracht hat!“