Wegweiser zum Frieden: Neues Buch beleuchtet jüdisch-katholische Freundschaft

„Aspettare insieme" („Miteinander warten") von P. Jonah Lynch

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ROM, 17.Juni 2008 (ZENIT.org).- Die Freundschaft zwischen den Menschen, vor allem wenn sie ein Wiederschein der Liebe Gottes ist, kann den Tod überwinden und Frieden stiften.

Das ist die Botschaft, die ein auf Italienisch verfasstes Buch mit dem Titel „Aspettare insieme" („Miteinander warten") erzählt. Das 157 Seiten umfassende Werk ist im Marietti-Verlag erschienen und kostet 14 Euro. Es handelt vom Weg mit Gott, den zwei junge Freunde, ein Amerikaner irischer Herkunft, Jonah Lynch, und sein französischer Kamerad mit jüdischen Wurzeln, David Gritz, teilen.

Sie begegnen einander an der McGill-University in Montreal (Kanada), wo sie gemeinsam musizieren - der eine spielt Gitarre, der andere Violine. Auf der Suche nach der Wahrheit reden sie vor allem über Liebe, Frauen, Literatur, Musik, das Leben, Gerechtigkeit und Schönheit.

In einem Brief schreibt David von Paris aus an Jonah, und fragt im Frühjahr 1998: „Aber die Sterne, kann man die jemals erreichen?".

Während Jonah den Glauben seiner Eltern längst verloren hat, ist David als Sohn eines Juden und einer nicht praktizierenden Katholiken zum Agnostiker geworden. Allerdings kommen die beiden, durch ihre Freundschaft verbunden, dem Herrn näher.

Durch die Bewegung „Comunione e Liberazione" findet Jonah schließlich den Weg ins Priesterseminar, und David geht, nachdem er bei Emmanuel Levinas etwas über die Ethik der Thora gelesen hat, zum Studium der Politikwissenschaften nach Jerusalem, wo er eine Doktorarbeit über den Turmbau zu Babel und den politischen Pluralismus schreibt.

Als Jonah durch einen Anruf von Davids Eltern erfährt, das sein Freund bei einem Terroranschlag umgekommen ist - eine Bombe war in der Cafeteria der Jerusalemer Universität detoniert - kommen ihm die Tränen und er fasst den Entschluss, ein Buch über diese Freundschaft schreiben. Veranlasst wird er dazu vom Bewusstsein, dass diese Beziehung „zu einer Quelle der Hoffnung für ein ganzes Volk" werden könnte.

P. Massimo Camisasca, Stellvertretender Leiter der Priesterbruderschaft der Missionare vom heiligen Karl Borromäus, betont in seinem Vorwort: „Der Tod von David kann uns nicht gleichgültig lassen." Die Teilung von Jerusalem sei wie ein Schwert und fordere uns auf zu beten, „damit die Augen aller Menschen geöffnet werden". Die Freundschaft, die im Buch geschildert werde, sei „ein einfaches Zeugnis, das einen Weg zum Frieden weist".

Von Antonio Gaspari; aus dem Italienischen übersetzt von Angela Reddemann und Dominik Hartig