Weihnachtsbriefmarken werden erstmals von Vatikan und Deutschland gemeinsam herausgegeben

Christliche Weihnachtsbotschaft per Briefmarke in alle Welt

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ROM/MÜNCHEN, 10. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Erstmals hat das Bundesministerium der Finanzen zusammen mit dem Staat der Vatikanstadt zum Weihnachtsfest zwei Sonderbriefmarken als Wohlfahrtsmarken herausgegeben. Die beiden Sonderpostwertzeichen mit Darstellungen der Geburt Christi durch zwei bedeutende Maler der Renaissance, den Deutschen Albrecht Dürer und den Italiener Raffaelo Santi, genannt Raffael, sind allen empfohlen, die ihre Weihnachtspost verschicken.

Der Erlös eines Teils des Wertes der Wohlfahrtsmarken, die 1949 erstmals herausgegeben wurden, kommt den in der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege zusammengeführten Wohlfahrtsverbänden in der Bundesrepublik zugute. Bei der 45-Cent-Marke sind dies 20 Cent, bei der 55-Cent-Marke 25 Cent. 

Die beiden Sonderpostwertzeichen wurden am Montag in München durch die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium der Finanzen, Nicolette Kressl, präsentiert und Ehrengästen überreicht. Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, begrüßte es, dass die christliche Weihnachtsbotschaft motivgleich von der Vatikanpost und von der Deutschen Post auf den Sonderbriefmarken verbreitet werde. Dass der Erlös der Marken den Wohlfahrtsverbänden und caritativen Einrichtungen zugute komme, entspreche dem wesentlich vom Christentum ausgehenden Impuls, sich gerade für Kranke, Arme und Schwache einzusetzen. In einem verlesenen Grußwort des Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, heißt es, durch die Aktion werde der Kern des Weihnachtsfestes den Menschen in Europa und der ganzen Welt vor Augen gestellt. Über Staatsgrenzen hinweg würden Grundwerte europäischer Kultur ins Licht gerückt.

Staatssekretärin Kressl wertete die Kooperation des Staates Vatikanstadt und der Deutschen Post als ein Zeichen der Wertschätzung des Ehrenamtes bei den Wohlfahrtsverbänden. Jeder Cent, der bei den Weihnachtsmarken an die Wohlfahrtsverbände gehe, komme den Menschen zugute, für die er gedacht sei. Sie hoffe, dass sich bei Weihnachtsglückwünschen möglichst viele noch der Post anstelle von E-Mails oder der Verständigung per SMS bedienten. Als „kleine Geste mit großer Wirkung“ würdigte die Vizepräsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, die Aktion. Die Gelder aus dem Erlös der Sondermarken flössen in die Sozialarbeit der Wohlfahrtsverbände. Von „ökumenischer Eintracht“ bei der Präsentation der auf den Weihnachtsmarken dargestellten Botschaft der Geburt Christi sprach der evangelisch-lutherische Landesbischof in Bayern, Johannes Friedrich. Durch die Sonderbriefmarken werde das christliche Weihnachtsfest ins Bewusstsein geholt.

Mit der Präsentation wurde in der Karmeliterkirche auch eine Ausstellung, verantwortet vom Bundesministerium der Finanzen, eröffnet. Das Thema: „Zeichen setzen. Eine Entdeckungsreise rund um die Briefmarke“. Neben seiner Funktion als oberste Bundesfinanzbehörde sieht sich das Ministerium mit der Herausgabe von Briefmarken auch als „Chronist deutscher Zeitgeschichte“. Die Ausstellung ist noch bis zum 23. Dezember zu sehen. Eine der Darstellungen auf den diesjährigen Sonderbriefmarken zeigt ein Detail der Ausmalung der Loggia des Apostolischen Palastes in Rom durch Raffael in den Jahren 1517 bis 1519. Die andere Darstellung ist die Abbildung der Mitteltafel eines um 1498 von Dürer im Auftrag der Nürnberger Patrizierfamilie Paumgartner geschaffenen Altares.