"Weiß jemand von euch, wer Gott ist?"

Die Worte von Papst Franziskus beim gestrigen Besuch an der Pfarrei St. Elisabeth und Zacharias.

Rom, (ZENIT.org) | 539 klicks

Gestern Vormittag um 8.30 Uhr verließ der Heilige Vater Franziskus im Hubschrauber den Vatikan, um eine Pastoralvisite in der im Stadtteil Valle Muricana (Prima Porta) im nördlichen Bereich der Diözese von Rom gelegenen Pfarrei St. Elisabeth und Zacharias.

Nach seiner Ankunft begegnete der Papst Familien mit im Laufe des Jahres getauften Kindern und Kranken. Anschließend nahm er einigen Gläubigen die Beichte ab.

Um 9.30 Uhr zelebrierte er auf dem Vorplatz der Pfarrkirche die Eucharistiefeier. Diese begann mit einer Begrüßung durch den Pfarrer Don Benoni Ambarus. Im Rahmen der hl. Messe spendete der Papst 16 Kindern das Sakrament der Erstkommunion und verteilte die Kommunion an 28 weitere Kinder, die die Erstkommunion an den vorangegangenen Sonntagen empfangen hatte.

Vor seiner Rückkehr in den Vatikan zum Angelus-Gebet begrüßte der Heilige Vater die Mitarbeiter der Pfarrgemeinde.

Im Folgenden veröffentlichen wir die Worte des Heiligen Vaters am Beginn der Feier sowie seine Predigt in einer eigenen Übersetzung.

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Zu Beginn der Eucharistiefeier sprach der Heilige Vater im Anschluss an die Begrüßung des Pfarrers spontan die folgenden Worte:

Liebe Wächter, was ihr gesagt habt, hat mir sehr gut gefallen: dass das Wort Peripherie eine negative, aber auch eine positive Bedeutung besitzt. Wisst ihr, woran das liegt? Man versteht die Wirklichkeit insgesamt besser von der Peripherie als vom Zentrum her. So versteht man sie besser. Auch das habt ihr gesagt: dass wir Wächter werden sollten, nicht wahr?

Ich danke euch für dieses Amt, für diese Arbeit als Wachen. Ich danke euch auch für eure Aufnahme an diesem Festtag der Dreifaltigkeit. Hier sind die Priester, die ihr gut kennt. Sie sind die beiden Sekretäre des Papstes im Vatikan, nicht wahr? Heute ist der Bischof gekommen. Die beiden arbeiten gut. Einer von ihnen, Pater Alfred, feiert begeht heute den 29.Jahrestag seiner Priesterweihe. Spenden wir ihm einen Applaus! Beten wir für ihn, und bitten wir um zumindest 29 weitere Jahre. Lasst uns nun, im Geiste der Andacht, in Stille und im gemeinsamen Gebet aller für alle mit der Feier der hl. Messe beginnen.

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Die Predigt des Heiligen Vaters

In seiner Predigt trat der Heilige Vater in einen Dialog mit den Erstkommunionkindern:

Liebe Brüder und Schwestern,

die Worte des Pfarrers erinnerten mich an eine sehr schöne Begebenheit aus dem Leben der Gottesmutter. Unmittelbar nachdem ihr ihrer Mutterschaft Jesu und die Schwangerschaft ihrer Cousine Elisabeth verkündigt worden waren, ging sie dem Evangelium zufolge eilends weg, ohne zu warten. Sie sagte nicht: „Jetzt, da ich schwanger bin, muss ich mich um meine Gesundheit sorgen. Meine Cousine wird Freundinnen haben, die ihr vielleicht helfen.“ Sie hat etwas gespürt und „hat sich schnell auf den Weg gemacht.“ Dieser Gedanke an die Gottesmutter, unsere Mutter, die unverzüglich aufbricht, weil sie etwas in sich trägt - das Helfen - ist von großer Schönheit. Sie eilt, um zu helfen; nicht um sich vor ihrer Cousine zu rühmen und zu sagen: „Höre doch, jetzt bestimme ich, denn ich bin die Mutter Gottes!“ Nein, das hat sie nicht getan. Sie ist helfen gegangen! Die Gottesmutter ist immer so. Sie ist unsere Mutter, die uns immer zur Hilfe eilt, wenn wir sie benötigen. Es wäre schön, den Litaneien zur Gottesmutter eine hinzuzufügen, die sich in etwa so anhört: „Liebe Frau in Eile, bitte für uns!“. Das ist schön, nicht wahr? Sie beeilt sich immer, sie vergisst ihre Kinder nicht. Und wenn ihre Kinder in Schwierigkeiten sind, ein Bedürfnis haben und sie anrufen, kommt sie sofort. Das gibt uns eine Sicherheit; die Sicherheit der Nähe der Mutter, die immer bei uns ist. Wir kommen im Leben besser voran, wenn die Mutter in unserer Nähe ist. Denken wir an diese Gnade der Gottesmutter; diese Gnade, die sie uns zuteilwerden lässt: uns ihre Nähe zu erweisen und uns nicht warten zu lassen. Immer! Sie ist da – und darauf können wir vertrauen – um uns zu helfen. Die Gottesmutter ist stets in Eile für uns.

Die Gottesmutter hilft uns auch dabei, Gott, Jesus, das Leben Gottes und das Leben Jesu zu begreifen, und ein genaues Verständnis von Gott dem Herrn zu erlangen. Euch Kinder frage ich: „Weiß jemand von euch, wer Gott ist?“ Wenn ihr es wisst, streckt eure Hand in die Höhe. Ja? Genau! Der Schöpfer der Erde. Und wie viele Götter gibt es? Einen? Mir wurde aber gesagt, dass es drei gibt: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist! Wie lässt sich das erklären? Gibt es nun einen oder drei? Einen? Aber wie lässt sich erklären, dass einer der Vater, einer der Sohn und einer der Heilige Geist ist? Laut, laut! Das stimmt. Drei Personen sind in einer. Und was macht der Vater? Der Vater ist der Anfang. Er hat alles und uns erschaffen. Was macht der Sohn? Was macht Jesus? Wer weiß, was Jesus getan hat? Liebt er uns? Und weiter? Er überbringt das Wort Gottes! Jesus kommt, um uns das Wort Gottes zu lehren. Sehr gut! Und dann? Was hat Jesus auf Erden getan? Er hat uns gerettet! Jesus ist gekommen, um sein Leben für uns hinzugeben. Der Vater erschafft die Welt; Jesus rettet uns. Und der Heilige Geist, was macht er? Er liebt uns! Er schenkt dir die Liebe! Alle Kinder zusammen: der Vater erschafft alles, er erschafft die Welt; Jesus rettet uns; und der Heilige Geist? Er liebt uns! Das ist das christliche Leben: mit dem Vater sprechen, mit dem Sohn sprechen und mit dem Heiligen Geist sprechen. Jesus hat uns gerettet, doch er geht auch mit uns auf unserem Weg. Ist das wahr? Wie geht er? Was tut er, wenn er im Leben mit uns geht? Das ist schwierig. Wer die Antwort weiß, gewinnt das Derby! Was macht Jesus, wenn er mit uns geht? Laut! Zuerst: er hilft uns. Er führt uns! Sehr gut! Er geht mit uns, hilft uns, führt uns und lehrt uns, den Weg weiterzugehen. Und Jesus gibt uns auch die Kraft zu gehen. Stimmt das? Er unterstützt uns! Gut! In der Schwierigkeit, nicht wahr? Und auch bei den Schulaufgaben! Er unterstützt uns, hilft uns und führt uns. So ist es! Jesus geht immer mit uns. Das ist gut. Jesus gibt uns die Kraft. Wie gibt Jesus uns die Kraft? Wisst ihr das? Laut, ich höre nichts! In der Kommunion gibt er uns die Kraft, er hilft uns durch die Kraft. Er kommt zu uns. Aber wenn sagt ihr, „er spendet uns die Kommunion“, ist es dann ein Stück Brot, das euch all diese Kraft gibt? Ist das kein Brot? Ist es Brot? Das ist Brot, aber auf dem Altar, ist das Brot oder nicht? Es sieht aus wie Brot, doch es ist kein richtiges Brot. Was ist es dann? Es ist der Leib Jesu. Jesus kommt in unser Herz. Lasst uns alle daran denken. Der Vater hat uns das Leben geschenkt; Jesus hat uns die Rettung geschenkt; er begleitet uns, führt uns, unterstützt uns und lehrt uns; und der Heilige Geist? Was schenkt uns der Heilige Geist? Er liebt uns! Er schenkt uns die Liebe. Denken wir so über Gott und bitten wir die Gottesmutter, unsere Mutter, die uns stets zur Hilfe eilt, uns zu einer tiefen Einsicht von Gott: dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, zu führen. Amen.