„Weite und Schönheit der christlichen Botschaft aufzeigen“: JUGEND 2000 im Dienst an der Kirche

Interview mit Claudia Senk, Zweite Sprecherin von „JUGEND 2000 International“

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ROM, 30. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Seit nunmehr 17 Jahren bemühen sich die Mitglieder der Bewegung JUGEND 2000 International, zur Neuevangelisierung im deutschsprachigen Raum und in Osteuropa beizutragen.



Im Gebet, dass sie eigens für sich verfasst haben, scheinen die Ziele von JUGEND 2000 durch:

Herr Jesus Christus,
ich danke dir für den Augenblick,
den ich gerade leben darf:
ob er schön ist oder schwer.
Ich danke dir, weil ich weiß,
dass du mit mir gehst.
Auf dich, o mein Gott vertraue ich,
in deine Hände lege ich mein Leben,
alle und alles was mir anvertraut ist.
Hilf mir dich immer mehr zu lieben, dir zu dienen
und zu helfen, dass du geliebt wirst.
Befreie, heilige und heile mich.
Schenke mir tiefe Freude und wahren Frieden,
damit ich durch deinen Hl. Geist
zum Zeugen deiner Liebe und Barmherzigkeit werde
und erkenne, was ich tun soll.
Ich bete für unseren Papst, unsere Bischöfe und Priester,
alle die Verantwortung tragen in Kirche und Welt.
Ich bete für alle in der JUGEND 2000,
vor allem für den, der es im Moment am Schwersten hat.
Stärke die Verantwortlichen der JUGEND 2000 mit deinem
Hl. Geist und lass unseren Einsatz nach deinem Willen
immer mehr Frucht bringen.
Herr segne mich, segne alle, die mir anvertraut sind
und lass mich zum Segen werden für viele. Amen.


Im vorliegenden ZENIT-Gespräch erläuterte Claudia Senk den geschichtlichen Hintergrund der Bewegung, ihr spezifisches Apostolat und ihren Dienst an der Ortskirche. Senk ist zweite Sprecherin von JUGEND 2000 International.

ZENIT: Zu welchem Zweck wurde Ihre Bewegung gegründet? Welche Aspekte waren den Gründern besonders wichtig?

Claudia Senk: JUGEND 2000 erhielt ihren Gründungsimpuls auf dem IV. Weltjugendtag 1989 in Santiago de Compostela durch den Auftrag Papst Johannes Pauls II.: „Euch Jugendlichen kommt an erster Stelle die Aufgabe zu, den Glauben zu bezeugen und das Evangelium Christi, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, in das dritte Jahrtausend zu bringen.“

Angesichts der Nöte junger Menschen heute – ihres Hungers nach Liebe und Angenommensein, ihrer Suche nach Sinn und Orientierung – spürte eine Gruppe junger Christen den Ruf, ihren Altersgenossen das weiterzugeben, was auch sie geschenkt bekommen haben: eine lebendige Beziehung zu Christus in den Sakramenten, eine echte Liebe zu Maria und zum Glauben der Kirche.

ZENIT: Welche besonderen Akzente setzt JUGEND 2000 bei der Verbreitung des Evangeliums?

Claudia Senk: Die JUGEND 2000 veranstaltet weltweit Prayerfestivals, um den jungen Menschen Antwort auf die brennendsten Fragen ihres Lebens zu geben und sie wieder ins Herz der Kirche zu führen. Das sind Wochenenden, bei denen Christus in der heiligen Eucharistie die ganze Zeit mitten unter den Jugendlichen anwesend ist.

Während der Prayerfestivals werden die Jugendlichen mit den Grundthemen des Glaubens vertraut gemacht: Eucharistie/ Realpräsenz, persönliche Christusbeziehung, Sakrament der Versöhnung, Gebet um Heilung, Heiliger Geist, Maria. Sie feiern die Heilige Messe, beten gemeinsam den Rosenkranz, hören Zeugnisse und Kurzkatechesen, feiern seine Gegenwart im Lobpreis und in der stillen Anbetung, tauschen in Kleingruppen ihre Glaubenserfahrungen aus und begegnen im Sakrament der Versöhnung der erbarmenden Liebe Gottes. So gehen sie gestärkt nach Hause. „Prayerfestival – das ist wie ein Kurzurlaub im Himmel“, bestätigen viele.

Und damit der Glaube zu Hause weiter wachsen kann, fördert und unterstützt die JUGEND 2000 die Gründung von Gebetskreisen und Holy Hours vor dem Allerheiligsten in den Heimatpfarreien.

Eine weitere Aufgabe bleiben die Vor- und Nachbereitungen der Weltjugendtage, die weltweit einen gewaltigen Weg der Neuevangelisierung darstellen.

ZENIT: Was hat Sie dazu motiviert, sich dieser Bewegung anzuschließen?

Claudia Senk: Da gibt es viele Aspekte: Die Authentizität, mit der bei der JUGEND 2000 der Glaube den Alltag durchdringt; die ansteckende Glaubensfreude, die Hoffnung ausstrahlt; die Verehrung der Eucharistie; die Ernsthaftigkeit, mit der um einen gefestigten Glauben gerungen wird; die Liebe zum Nachfolger Petri, die daraus erwächst, und die Treue zur Kirche. Aber auch die innige Beziehung zu Maria, unserer Mutter und unserem Vorbild. Und nicht zuletzt die Freude, durch das Engagement bei JUGEND 2000 die Liebe Christi an viele weiterschenken zu können.

ZENIT: Papst Benedikt XVI. hat die Geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen wiederholt gebeten, die Kirche vor Ort nach Kräften zu unterstützen. Wie setzen Sie das um?

C
laudia Senk: Uns ist es in allem ein Anliegen, unsere Veranstaltungen in guter Zusammenarbeit mit allen kirchlichen Kräften durchzuführen, sei es die Feier des diözesanen Weltjugendtags, ein Prayerfestival oder die Gründung von Gebetskreisen.

Unsere Angebote sind stets offene Jugendarbeit, zu denen alle eingeladen sind. Unser Wunsch ist es, durch die Stärkung und Erneuerung der Glaubensfreude jedem, da, wo er ist, zu helfen, seinen Dienst in und an der Kirche besser tun zu können: sei es als Messdiener, als Nonne oder Priester, als einfacher Laie, als Mitglied eines Verbandes oder einer Gemeinschaft. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass jeder seine besondere Berufung und Sendung im Reich Gottes erkennt und erfüllen kann.

ZENIT: Welche Initiativen und Apostolate sind für Sie mit Blick auf die Jugend heute besonders wichtig?

Claudia Senk: Wir möchten unsere bisherigen Bemühungen um Prayerfestivals und Gebetskreise intensivieren.

Die Jugend in Deutschland, ja europaweit, braucht klare und glaubwürdige Glaubensangebote, die mutig und unverfälscht die Weite und Schönheit der christlichen Botschaft aufzeigen. Für uns heißt das: Die Eucharistie ist der Weg der Neuevangelisierung, zu der wir berufen sind. „Wir sind gekommen, um ihn anzubeten.“ – So werden wir vielen Christus als den Weg, die Wahrheit und das Leben in Fülle verkünden können.